Food-Trends

Gemüse ist das neue Fleisch – Food Report 2018 ist da


Trendforscherin Hanni Rützler findet große Worte für den sich abzeichnenden Wandel in unserer Esskultur. Eine kopernikanische Wende stehe ins Haus, so die Food-Expertin bei der Präsentation des soeben erschienenen aktuellen Food Reports, bereits zum 5. Mal gemeinsam mit der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) und dem Zukunftsinstitut herausgegeben.

Läutete Nikolaus Kopernikus vor Jahrhunderten das Ende des geozentrischen Weltbilds ein, sieht Rützler eine ähnlich epochale Veränderung auf dem Teller vor sich gehen: Fleisch, lange der Mittelpunkt unseres Genuss-Universums, wird quasi auf die Umlaufbahn verwiesen, während Gemüse & Co. ins Zentrum rücken, so die Food-Expertin. Nicht dass wir alle Vegetarier werden. Aber das Interesse – und zugleich die Verfügbarkeit – an raffinierten Zubereitungsarten von Pflanzlichem wächst unübersehbar.

Als Inspirationsquelle sieht Rützler aktuell die levantinische Küche auf dem Vormarsch, ostmediterrane Länder wie Syrien, der Libanon, Jordanien und Israel räumen pflanzlichen Komponenten und Zubereitungen seit jeher einen hohen Stellenwert ein. Zumal in der als experimentierfreudig gerühmten Küche des Schmelztiegels Israel begegnen sich arabische Esskultur und mediterrane Gewürze in Liaison mit den Traditionen Osteuropas. Impulse, die sich wie folgt übersetzen lassen: legerer, gesünder, aromatischer, weltoffener.

Als eine Art effizientes Frühwarnsystem für die Foodbranche ausgelobt, identifiziert Hanni Rützler zudem folgende drei Trends:

Meet Food: Immer mehr Konsumenten wollen ihre Lebensmittel nicht nur „verbrauchen“, sondern „erleben“. Es geht darum, Herstellung und Qualität auch sinnlich erfahren zu können.

The New Breakfast: Frühstücken boomt - nicht nur am Morgen. Botschaft: Das neue Frühstück ist individuell, casual, international und flexibel.

Female Connaisseurs: Frauen entern die Food-Branche, der Megatrend Gender Shift zeigt Wirkung, was Rützler zufolge die wachsende Zahl von Winzerinnen, Sommelièren und weiblichen Küchenchefs bezeugt.

Ein letztes Kapitel widmet der Food Report dem Thema De-processing, gemeint sind neue Herausforderungen für die Lebensmittelindustrie im Zeichen der Natürlichkeit und Transparenz, eingefordert vor allem von den jungen Verbrauchergenerationen – bis hin zur Entstehung einer neuen Natural Food Industry.

Zu beziehen ist der 111-seitige Food Report 2018 zum Preis von 125 € (+ MwSt. und Versand) unter

www.lebensmittelzeitung.net/foodreport2018



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