Hans im Glück/Peter Pane

Gericht bestätigt Plagiatsvorwurf

Das Landgericht München I hat heute seine im Mai 2016 im vorläufigen Eilverfahren getroffene Entscheidung zum Plagiatsvorwurf der Hans im Glück Franchise GmbH gegenüber der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH im Hauptsacheverfahren bestätigt.
Die zuvor von Paniceus unter anderem in Binz, Hamburg und Lübeck betriebenen Hans im Glück-Burgergrills wurden nach dem Ausscheiden des Franchise-Nehmers Patrick Junge mit nur geringfügigen Veränderungen unter dem Namen 'Peter Pane' weiterbetrieben. Das Gestaltungs- und Raumkonzept von Peter Pane blieb allerdings nach Ansicht der Hans im Glück-Geschäftsführung zu nah an dem der Hans im Glück-Burgergrills.

Da Paniceus das Urteil im Eilverfahren nicht anerkannte, musste das Hauptsacheverfahren eingeleitet werden, um eine rechtskräftige Entscheidung des Gerichts zu erwirken. Die Richter bestätigten nun erneut, dass eine ausreichende Differenzierung nicht gegeben war.

Johannes Bühler: "Einzigartigkeit von Hans im Glück bestätigt"

Hans im Glück-Geschäftsführer Johannes Bühler sieht die Entscheidung des Landgerichts München I als gerechtfertigt. „Das Urteil ist ein voller Erfolg für uns. Das Raumkonzept von Peter Pane war in vielerlei Hinsicht zu nah am Konzept von Hans im Glück. Die Entscheidung der Richter ist ein deutliches Signal für uns und bestätigt ein weiteres Mal unsere Einzigartigkeit“, sagte Bühler nach der Urteilsverkündung.


Peter Pane-Gründer Patrick Junge bezeichnete die Verhandlung als 'eine Gerichtsposse': "Wenn es einen Preis für die unsinnigste Beschäftigung deutscher Gerichte - die 'Goldene Augenbinde 2017' - gäbe, hätte Hans im Glück große Chancen auf diese zweifelhafte Auszeichnung", kommentierte der Geschäftsführer und Inhaber der Paniceus Gastro Systemzentrale, die das Gastronomiekonzept Peter Pane entwickelt hat, die Entscheidung der Richter. "Die 'Goldene Augenbinde' nimmt Bezug auf Justitia, die neben Waage und Richtschwert auch eine Augenbinde trägt."

Rechtsstreit nach der Trennung

Die Hans im Glück Franchise GmbH hatte im Jahr 2015 gegenüber ihrem damaligen Franchise-Nehmer Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH die außerordentliche Kündigung des Franchisevertrags ausgesprochen. Begründet wurde diese mit zahlreichen Alleingängen und schwerwiegenden Abweichungen von den Vorgaben. Eine Einigung zur Übernahme der zwölf Hans im Glück-Burgergrills des ehemaligen Franchisepartners konnte nicht erzielt werden.

Nach kurzzeitiger Schließung dieser Burgergrills Anfang des Jahres 2016 hat die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH diese unter dem Namen 'Peter Pane Burgergrill und Bar' wiedereröffnet. In ihrer urheber- und wettbewerbsrechtlichen Auseinandersetzung im Eilverfahren gegen die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH konnte die Hans im Glück Franchise GmbH eine starke Verwechslungsgefahr der Peter Pane Filialen gegenüber den Hans im Glück Burgergrills nachweisen. 

Schon am 19. September sehen sich die streitenden Parteien wieder vor Gericht. Dann geht es um die Schadensersatzforderung, die Hans im Glück gegen Peter Pane erhoben hat. Patrick Junge fordert seinerseits einen Schadensersatz von 4,2 Mio. € von Hans im Glück. 

www.hansimglueck-burgergrill.de
www.peterpane.de




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