Hoteliers vermarkten Zimmer jetzt selbst

Drei Wochen vor Anpfiff der Fußball-WM 2006 wächst die Kritik an der Zimmervermittlung durch den Fifa World Cup Accomodation Service (WCAS). Stein des Anstoßes: Die hohe Rücklaufquote der nicht vermittelten Zimmer (AHGZ vom 29. April). Einer Umfrage der Hoteldirektorenvereinigung (HDV) zufolge haben die HDV-Mitglieder zwischen 20 und 100 Prozent ihrer Kontingente den offiziellen WM-Verkäufern anvertraut. Mit dem Ergebnis am vereinbarten Rückgabetermin (30. April) waren nur 20 Prozent der Befragten zufrieden. Manche HDV-Hoteliers haben an diesem Tag sogar ihr gesamtes Zimmerpaket zurückbekommen. In Berlin hielt der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Hanns Peter Nerger, der Fifa vor, "so gut wie keine Werbung betrieben zu haben". "Zwischen den Spieltagen sind in Berlin und in anderen Spielorten noch viele Zimmer frei", sagte Nerger und bestätigte damit die Aussage der DEHOGA-Sprecherin Stefanie Heckel. Erst zirka 60 Prozent Auslastung seien zum jetzigen Zeitpunkt garantiert. "Kaum mehr als sonst im Frühsommer", so Heckel. Konfrontiert mit den Vorwürfen, äußerte WCAS-Geschäftsführer Thomas Edelkamp gegenüber der AHGZ: "Auch wir hätten uns mehr Nachfrage gewünscht." Das Gesamtergebnis mit 1 Mio. Gästeübernachtungen sei aus WCAS-Sicht jedoch erfreulich, so Edelkamp. Und weiter: "Da der WCAS nicht alleiniger Vermittler von Übernachtungen ist, stellt unsere Buchungslage immer nur einen Marktausschnitt dar." Rasches Handeln ist nun angesagt: Mehr als 90 Prozent der HDV-Hoteliers haben sich entschlossen, ihre Zimmer ohne WCAS weiter zu vermarkten.


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