Ikea baut Bio-Range aus

Alle vier Wochen etwas Neues - und das steht schon ein Jahr im voraus fest, wie der Katalog beweist: Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres bietet Ikea seinen Kunden wieder ein monatlich wechselndes Bio-Gericht: pre-cooked von Sander Gourmet, Windsheim. "Noch liegt der Anteil von Bio am Foodumsatz im Restaurant bei 5 %, mittelfristig ist eine Steigerung auf 10 % realistisch", sagt Edward Mohr, Ikea Food Service Manager Deutschland. In absoluten Zahlen ausgedrückt rechnet man mittelfristig mit durchschnittlich 7.000 verkauften Portionen pro Monat und Haus.



Seit Einführung der Biozertifizierung bei Ikea Mitte Mai ’04 ziehe die Nachfrage nach Gerichten mit dem Bio-Siegel spürbar an. Und zwar in allen Standorten quer durch die Republik. Das Angebot werde jetzt nicht mehr nur auf Tafeln ausgelobt, sondern Displays mit Abbildungen der Gerichte machen darauf aufmerksam. Zudem bestätigen die Ergebnisse einer Kundenbefragung in drei Ikea-Häusern (HH, Bayern, NRW) dem schwedischen Möbelgiganten, mit den Bio-Offerten den Geschmack seiner Gäste zu treffen. Zum nächsten Geschäftsjahr soll die Bio-Range um Getränke und Vorspeisen sowie Desserts erweitert werden. Die Verhandlungen mit potentiellen Lieferanten laufen bereits.

Entscheidende Faktoren sind nicht nur Qualität und Frischegarantie, auch Logistik und Handling müssen stimmen.



Mit 6,50 EUR liegen die Verkaufspreise für die gesunde Linie deutlich über denen der meisten Gerichte ohne Bio-Zertifikat. Schließlich ist der Einkaufspreis im Vergleich zu konventionellen Produkten (noch) um 15-20 % höher. Durch eine langfristige Planung und durch entsprechende Volumenvereinbarungen mit den Lieferanten will Ikea diese Preisdifferenz reduzieren. "Mit wachsender Nachfrage sind wir in der Lage, bessere Einkaufkonditionen zu verhandeln. Diesen Preisvorteil wollen wir dann dazu nutzen, die Verkaufspreise zu senken", sagt Mohr.



Bio gibt es aber nicht nur im Restaurant, sondern hat auch im Schwedenshop Einzug gehalten. Seit August ’04 stehen hier zwei Marmeladen aus ökologisch angebauten Früchten im Regal. Die neuen Produkte plus Getränke und Desserts mitgezählt, sollen es dann 10.000 Verkaufseinheiten/Monat und Haus sein. Zudem ist geplant, im Mitarbeiterrestaurant ein Bio-Gericht einzuführen. Doch nicht nur wo Bio drauf steht, ist in europäischen Ikea-Häusern Bio drin. "Im Grunde verlangen wir schon jetzt durch unsere Einkaufsvorgaben von all unseren Lieferanten, Produkte zu verwenden und zu verarbeiten, die den Richtlinien für ökologischen Landbau gerecht werden: Bio-Qualität ohne entsprechendes Siegel sozusagen." Auf lange Sicht, so Mohr, werde Bio-Food immer dominanter. Weniger aus einem ’Gesundheitswahn’ heraus, sondern aufgrund des starken Bedürfnisses der Verbraucher nach Transparenz. "Verbraucher wollen wissen, was vor ihnen auf dem Teller liegt. Sie wollen sich aus nachvollziehbaren Gründen für oder gegen etwas entscheiden können."



Ikea begründet seine Orientierung in Richtung Bio vor allem damit, auch im Food-Sektor mehr Verantwortung für die Umwelt übernehmen zu wollen.

www.ikea.de

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