It’s Tea-Time bei Travel Charme

Nachdenklich riecht Dirk Möller, Restaurantleiter im Travel Charme Hotel Nordperd auf Rügen, an den feuchten Teeblättern, die er auf einem Deckel in der Hand hält. Zur Ergänzung nimmt er das ausgebreitete trockene Blatt dazu, betrachtet es aufmerksam, greift hinein und beschnuppert es. Dieselbe Prozedur folgt mit der nächsten der zehn Teesorten, die vor ihm aufgebaut sind. Schließlich taucht er einen Esslöffel in die Tasse mit dem gelbgoldenen Aufguss und probiert den edlen Tropfen mit dem für Experten typischen Schlürfgeräusch. Nach dem Vergleich mit den anderen Sorten wagt er eine Einschätzung: "Der hier scheint mir wegen des sehr grünen Blattes seines frischen Geruchs und spritzigen Geschmacks eine Frühlingspflückung zu sein," begründet er sein Urteil. Eine gute Analyse. 45 Teesorten galt es zu identifizieren.



Doch die Blindverkostung von indischen Darjeelings und Assams, Ceylontees aus Sri Lanka, Grüntees und halbfermentierten Oolongs aus Japan, China und Taiwan sowie Kräuter- und Früchtetees aus Südafrika ist nicht alles, was den heutigen "TeaMaster Gold" im Lehrgang des Teehauses Ronnefeldt mit Sitz in Frankfurt erwartete. Er musste über einhundert Stunden Theorie und Praxis zu Fragen rund um den Tee absolvieren. Der Höhepunkt war eine Studienreise nach Sri Lanka. Dabei lernte Möller alles in der Praxis kennen, sogar das mühsame "ernten" der einzelnen Blätter per Hand.



Der Inszenierung von Afternoon Teas und Tea Dinners steht nach dieser Ausbildung nichts mehr im Wege. Für das Travel Charme Hotel Nordperd kreierte Möller eigens eine Teekarte mit 21 losen Teesorten. Auch spezielle Teemenüs zählen seitdem zum Repertoire des Teeliebhabers: Geräucherte Entenbrust mariniert in Jasmin Tee mit Orangen- Sesam Salat, Ostseedorsch mit Staudensellerieschupen auf Risotto von Morgentau-Tee, Crepinette vom Rehrücken an Golden Assam mit glasierten Rosenkohlblättern und warme Birnentarte mit "Granny Garden"- Teesauce und Spätburgundereis.



In allen Travel Charme Hotels wird die Teetradition hoch gehalten. Lose Tees zum Frühstück und in den Cafés sind eine Selbstverständlichkeit. Das Gothische Haus serviert 17 Sorten traditionell im Kännchen mit Stövchen. Das Ostseehotel Kühlungsborn bietet zusätzlich Tee aus Bio-Anbau und ayurvedischen Tee. Ein englisches Ritual hat im Kurhaus Binz Einzug gehalten: Der High-Tea. Ursprünglich im Landhaus-Leben der Oberschicht entstanden bildet er noch immer den genüsslichen Übergang vom Nachmittag zum Abend. Auch dort überwacht eine Fachfrau die Zeremonie: Gudrun Juppé hat die aufwendige Ausbildung zur TeaMasterin im Dezember abgeschlossen.



Weitere TeaMaster gibt es im: Grand Hyatt Berlin, Steigenberger Frankfurter Hof, InterContinental Wien, Kempinski Gravenbruch, Radisson Gewandhotel Dresden, Sheraton Frankfurt Hotel & Towers, oder im Kempinski Taschenbergpalais Dresden.

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