Jeder dritte Patient ist mangelernährt

Auf dem Hauptstadtkongress 'Medizin und Gesundheit 2007' in Berlin kam ein bislang kaum von Ärzten und Öffentlichkeit wahrgenommenes Phänomen zur Sprache: Mangelernährung bei Patienten in deutschen Kliniken. Im Rahmen des Fachprogramms diskutierten Experten über das komplexe Problem Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Unter Moderation von Dr. F. Dormann bestätigten Prof. W. Hartig vom Klinikum „St. Georg“ in Leipzig, Dr. J. Ockenga von der Berliner Charité und Oliver Kohl, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Düsseldorfer Schubert Unternehmensgruppe – einer der größten Dienstleistungsfirmen im Gesundheitswesen –, dass dieses in der Öffentlichkeit und auch bei vielen Medizinern nicht wahrgenommene Krankheitsbild sowohl unter medizinischen als auch unter wirtschaftlichen Aspekten enorme Folgeprobleme für den Patienten, die Klinik und für die Volkswirtschaft aufweist.

Nach einer wissenschaftlichen Studie der Charité, die Ende 2006 in der Berliner Senioreneinrichtung UHW abgeschlossen und veröffentlicht wurde, ist die Verbesserung des Ernährungszustandes durch die ergänzende Eiweißgabe nachgewiesen worden. Derzeit werden erste Ansätze mit Eiweißversorgung auch im klinischen Bereich durchgeführt. Durch die zusätzliche Eiweißsupplementierung der vorhandenen Menüspeiselinien kann das Krankenhaus ohne großen finanziellen Aufwand eine qualitative Verbesserung für den ein-zelnen betroffenen Patienten sowie eine strukturelle Verbesserung der direkten ökonomischen Folgekosten erzielen.
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