Nährwertkennzeichnung

Jetzt auch bei verpackten Lebensmitteln Pflicht

Seit dem 13. Dezember sind Nährwertangaben auf Verpackungen von Lebensmitteln grundsätzlich verpflichtend. Die Kennzeichnung war bisher nur für Lebensmittel vorgeschrieben, die mit nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben werben. Nahrungsmittel, die vor dem 13. Dezember in den Handel gekommen sind, dürfen 2017 noch verkauft werden.

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung regelt, wie die Nährwertkennzeichnung zu erfolgen hat. So müssen auf den Verpackungen von Lebensmitteln ab sofort sieben verschiedene Nährwerte stehen: Zucker, Salzgehalt, Eiweiß, Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren und Kohlenhydrate. Die Angaben müssen sich auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des jeweiligen Lebensmittels beziehen.
Allerdings ist auch künftig nicht auf einen Blick zu erkennen, ob ein Produkt hohe oder geringe Mengen eines Nährstoffs enthält, kritisiert die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Um eine schnelle Orientierung und verbraucherfreundliche Regelung sicherzustellen, empfehlen die Verbraucherzentralen deshalb beispielsweise eine verbraucherfreundliche Ampelkennzeichnung.

Zahlreiche Ausnahmen von Kennzeichnungsplficht

Die verpflichtende Nährwertkennzeichnung gilt grundsätzlich für vorverpackte Ware. Lose Ware und Lebensmittel, die zum unmittelbaren Verkauf verpackt werden, wie Pralinen oder Teegebäck, sind von der Regelung ausgenommen. Eine Ausnahme bilden auch alkoholische Getränke. „Gerade sie beinhalten oft besonders viel Energie und sind somit potenzielle Dickmacher“, bemängelt Britta Schautz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eine informierte Kaufentscheidung sei so nicht möglich.

VZ fordert Nährwertprofile

Verbraucher kaufen gerne Lebensmittel mit dem „besonderen Plus“ für die Gesundheit. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb für Lebensmittel, die mit Gesundheitsaussagen (Health Claims) werben, sogenannte Nährwertprofile. Darin sind Obergrenzen für Zucker-, Fett-, und Salzgehalt definiert, die ein Lebensmittel nicht überschreiten darf, wenn es einen Health Claim trägt. Ohne diese Profile können Hersteller - wie derzeit praktiziert - auch sogenannte „Fett- und Zuckerbomben“ mit Vitaminen und Co. anreichern und ihnen so einen gesunden Anstrich verpassen. Die neue Regelung sei ein richtiger Schritt. Sie dürfe aber nicht von der Ernährungswirtschaft als Alibi angeführt werden, die Nährwertprofile aufzuschieben oder gar abzuschaffen, fordert Britta Schautz.

www.vz-ni.de/naehrwertkennzeichnung



stats