Johann Lafer prangert hohen Mehrwertsteuersatz für Schulessen an

"Die Schulmensa von morgen" stand auf der Agenda des 2. Internorga-Forums Schulcatering am vorletzten Messetag in Hamburg. 430 Verantwortliche aus Schulen, Verbänden und Vereinen, der Industrie sowie Catering-Unternehmen kamen ins Congress Center.

Am Ende waren sich alle einig: "19 Prozent Mehrwertsteuer auf das Schulessen sind eine Sauerei", schloss Johann Lafer seinen Vortrag. Nicht nur für diese Aussage spendete ein aufmerksames Publikum dem TV-Koch tosenden Applaus. Der Beifall galt auch dem präsentierten Konzept für die Schulmensa des Bad Kreuznacher Gymnasiums Römerkastell, das in enger Zusammenarbeit mit den künftigen "Kunden", den Schülerinnen und Schülern der Ganztagsschule sowie mit der Hochschule Fulda entstanden ist. Im kommenden Herbst soll die Mensa an den Start gehen, mit der Lafer den Versuch unternehmen willl, für unter 4 Euro ein schmackhaftes und gesundes Schulessen anzubieten.

Eine aktuelle Momentaufnahme der Schulverpflegung in Deutschland und im Ausland lieferten Claudia Zilz, Redakteurin der gv-praxis, und Ulrike Arens-Azevedo, Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Während man hierzulande eher auf der Stelle tritt, kann sich der Blick etwa nach Amerika und Finnland für Anregungen lohnen.

Einen genaueren Blick in die Psyche der Zielgruppe lenkte Dr. Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie in Göttingen. Bei der Schulverpflegung dürfe nicht außer Acht gelassen werden "Wie Kinder ticken" - und wer die Kids zu einer gesunden Ernährung führen wolle, sollte zu allererst das Attribut "gesund" aus seinem Vokabular streichen.

Für Schulverpflegung in Deutschland stehen engagierten Akteure, die sich mit bürokratischen Zwängen, Verwaltungsrichtlinien, politischen Vorgaben, Preisdumping, fehlenden allgemeingültigen Qualitätsrichtlinien und einer hohen Mehrwertsteuer herumschlagen müssen. Dieser Spagat wurde deutlich in den Vorträgen von Joachim Porschke, Inhaber des Hamburger Catering-Unternehmens "Essen für Kinder" und Prof. Dr. Margot Steinel von der Hochschule Anhalt in Bernburg.

Auf der einen Seite ein langjähriger Überzeugungstäter in Sachen Qualitätscatering und auf der anderen Seite die Erinnerung an die Pflicht der Verantwortlichen, den jeweils wirtschaftlichsten Anbieter für die Schulverpflegung zu wählen. Dabei müsse es sich nicht zwangsläufig um den Billigsten handeln, macht die Hochschulprofessorin anhand eines systematischen Leistungsverzeichnisses deutlich, das Entscheidungshilfe verspricht - denn: "Qualität fängt bei der Ausschreibung an".


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