15. Nationaler Azubi-Award

Johanna Schreiner von L’Osteria beste Nachwuchs-Systemerin Deutschlands

Die Gewinnerin des 15. „Nationalen Azubi-Award Systemgastronomie“ des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) heißt Johanna Schreiner von L’Osteria. Einen Tag nach ihrem 24. Geburtstag setzte sie sich in Berlin gegen 37 weitere Teilnehmer aus 21 Ausbildungsunternehmen durch.

Silber ging an Philipp John von DINEA, Bronze an Robin Barning von Block House. „Junge Menschen, die ein ganzes Wochenende lang mit Leidenschaft und dieser riesigen Portion Ehrgeiz wetteifern, sind eine wunderbare Werbung für die Ausbildung in der Systemgastronomie“, freut sich Thomas Hirschberger, Vorsitzender der Fachabteilung Systemgastronomie im DEHOGA Bundesverband. „Zudem sind diese professionellen Leistungen zusätzlicher Ansporn für die Ausbildungsunternehmen, noch stärker in die Qualität zu investieren.“

Die besten zehn Auszubildenden auf einen Blick:
1. Johanna Schreiner, L’Osteria
2. Philipp John, DINEA
3. Robin Barning, Block House
4. Judith Willemsen, Stockheim
5. Bianca Kunde, ALEX
6. Tim Eckert, Stockheim
7. Johanna Ehlert, Burger King (punktgleiche 7.)
7. Julia Schmidt, Maredo (punktgleiche 7.)
9. Lars Schamber, LSG Sky Chefs
10. Johana Zais Villamarin, IKEA

Die heutige Siegerehrung fand im Rahmen des 26. Forum Systemgastronomie vor über 400 Machern und Entscheidern aus Gastronomie, Hotellerie und Zulieferindustrie statt. Der Award besteht seit 2002, veranstaltet wird er einmal jährlich von der Fachabteilung Systemgastronomie im DEHOGA. Juryvorsitzende war in diesem Jahr erstmals Uschi Bruck von Block House. Premiere war auch der Ort – nachdem der Preis 14 Mal in NRW verliehen wurde, war es dieses Jahr zum ersten Mal Berlin nahe des Kanzleramtes.

Gewetteifert um die Preise wurde bereits am vergangenen Wochenende (24./25.9.), als die Auszubildenden dieses gastronomisch-kaufmännischen Berufs im OSZ Gastgewerbe in Berlin-Weißensee ihr Gelerntes unter Wettbewerbsbedingungen unter Beweis zu stellen hatten. In der theoretischen Prüfung ging es um vielfältige Fragen rund um Systemorganisation, Marketing, Controlling und Personalwirtschaft. Für ein fiktives 'Café Central' waren konzeptionell Sortimentsvertiefungen und Verpackungslösungen zu entwickeln und zu präsentieren. Kulinarisch ging es um Salate, glutenfreies Brot und Coffee to go. Auch praktisches Können mussten die Teilnehmer unter Beweis stellen – in der Warenerkennung sowie in Herstellung und Verkauf von Bruschetta. Das Wettbewerbs-Catering kam das gesamte Wochenende lang von Schülern einer Integrierten Ausbildungsklasse. Die Foto- und Videodokumentation des Awards übernahm in diesem Jahr ein 15-jähriger Schüler aus Berlin. Sein Award-Video wird der DEHOGA Bundesverband in den kommenden Tagen in den sozialen Netzwerken präsentieren.

Die Preise waren dieses Jahr noch etwas attraktiver als in den Vorjahren. Selbst die 'Trostpreise', die jeder der 38 Teilnehmer erhielt, konnten sich sehen lassen. Hauptpreis für die Siegerin ist eine Weiterbildung zum Fachwirt im Gastgewerbe beim IST-Studieninstitut. Block House sponsort eine Hamburg-Reise, inklusive Übernachtung im 5-Stene-Hotel und VIP-Stadion-Besuch beim HSV. Hallo Pizza sponsort einen hochwertigen FullHD-TV. Neben Urkunden und Medaillen erhalten die Teilnehmer Weiterbildungsgutscheine, Fachliteratur und Sachpreise im Gesamtwert von mehreren zehntausend Euro.

Damit gilt nun folgende 'ewige Bestenliste' der ausbildenden Unternehmen (in Klammern Vorjahresposition):
  1. (1) McDonald’s
  2. (2) Maredo
  3. (3) Hallo Pizza
  4. (4) Nordsee
  5. (5) Burger King
  6. (6) LSG Sky Chefs
  7. (10) Stockheim
  8. (7) IKEA
  9. (9) Block Haus
  10. (8) Joey’s Pizza
Viele Learnings im dichten Programm

Zuvor waren über 400 hochkarätige Branchenvertreter dem dichten Programm, das ohne Pause zwischen Frühstück und Mittagessen gepackt war, gefolgt. Die Variete-Stimmung der Location trug zu einer lockeren, gemütlichen Atmosphäre bei, wenn es auch dem ein oder anderen etwas zu kuschelig warm wurde.

Zum ersten Mal führte TV-Moderator Markus Brock durch das Programm und interviewte zu Beginn die DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges und den Verbandspräsidenten Ernst Fischer, der noch am Vortag in seinem Landhotel Hirsch 150 Essen serviert habe, wie er schmunzelnd berichtet. Für Fischer war es das letzte Forum Systemgastronomie als Präsident. Diese Rolle hatte er seit 2001 inne.

Für hohe Aufmerksamkeit sorgte der Vortrag von Christoph Keese vom Axel Springer Verlag, der über die disruptiven Veränderungen in Folge der Digitalisierung sprach. Sein Fazit: Der Mut zu scheinbar verrückten Entscheidungen ist manchmal die einzige Rettung für Unternehmen in der Disruption. Und vor disruptiven Veränderungen sind die Gastronomen keineswegs gefeit – er empfiehlt nachdrücklich eine „technologische Wachheit über den eigenen Tellerrand hinaus“ und „sich mit Kannibalen, die einem das Geschäft wegfressen wollen, zusammenzutun“, so wie Axel Springer das gemacht habe.

Disruption, wohin man schaut

Die darauf folgenden Jung-Unternehmen gaben eine Idee von disruptiven Veränderungen in der Gastronomie, als etwa Florian Gottschaller von der Spendit AG über Lunchit erzählte. Mit dieser App können Mitarbeiter zu Mittag essen, wo sie wollen und das unkompliziert vom Arbeitgeber bezuschusst bekommen. Schöne Idee zur Mitarbeiterbindung – und für Gastronomen zur Ankurbelung des Mittagsgeschäfts. Auch Dennis Ortmann von Lunchio liegt die Mittagspause am Herzen. Ist sie nicht immer zu kurz? Durch die Lunchio-App kann das Essen vorher ausgewählt, die Kollegen eingeladen und auch gleich bezahlt werden.

Jeanette Milio von Jeanettes Edelweiss gab einen launigen Bericht über ihre Gehversuche als Quereinsteigerin. Ihr Tagesgeschäft ist eigentlich das Produzieren von Kino- und Fernsehfilmen in Los Angeles, was sie aber gut auf das Gastronomiegeschäft übertragen konnte. Ihre Learnings aus dem nun 1,5 Jahre alten Jeanettes Edelweiss in L.A.: Dare to be different, be on local TV and Radio shows, ensure a strong online presence and value happy customers.

Den Abschluss der Vorträge bildete Wolfgang Kubicki von der FDP. Er sprach sich für mehr Flexibilität aus, u.a. bei den Arbeitszeitregelungen, um die Herausforderungen der Wirtschaft zu meistern.

Einen noch etwas ausführlicheren Bericht mit Fotos können Sie in der nächsten Ausgabe der food service lesen, kurze Learnings aus den Vorträgen schon heute hier.

http://www.dehoga-bundesverband.de/


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