Karstadt trennt sich von Starbucks

In der dramatischen Lage von KarstadtQuelle vermeldet der Konzern in Essen das Erwartete - nämlich die Trennung von seinem Coffee House-Engagement. Die Beteiligung fällt an Starbucks zurück.



"Die KarstadtQuelle AG hat sich im Rahmen eines Letter of Intent mit Starbucks Coffee International verständigt, ihre Anteile in Höhe von 82 % des Joint Ventures an Starbucks zu verkaufen."



Die KarstadtCoffee GmbH zählt aktuell 34 Standorte in Deutschland. In Bau befinden sich zwei weitere Betriebe - in München auf der Leopoldstrasse und in Nürnberg. Ersteröffnung war im Mai 2002 in Berlin. Es folgte eine lernintensive Anpassung des US-Konzeptes an den deutschen Markt. Guter bis sehr guter Geschäftsgang im laufenden Jahr. Will heissen, aufgelaufen Januar bis September 12 % plus auf vergleichbarer Fläche. Jüngste Eröffnungen in Freiburg im Breisgau und in Osnabrueck, die weit über den Erwartungen liegen: über 1000 Transaktionen an guten Tagen.



Doch vor dem Sanierungshintergrund des Konzerns zählt nur noch eins: Es müssen sämtliche Engagements abgestossen werden, die auf Sicht kein Payback bringen. Und der Aufbau der Marke Starbucks in Deutschland erfordert für die nächsten drei bis fünf Jahre weitere hohe Finanzmittel, bevor erstes Geld zurückfliesst. So ist Karstadt gezwungen, sich von dem Langfrist-Engagement zu trennen. Letzeres geschieht voraussichtlich noch 2004. Doch ist geplant, weitere Starbucks Coffee Houses in den eigenen Warenhäusern zu etablieren. Man hat damit gute Erfahrungen gemacht.



Starbucks Coffee International wird wie in Grossbritannien der 100 %-Betreiber der deutschen Laender-Organisation. Sehr vergleichbare Rückkauffälle von Aufbau-Joint Venture-Partnern gab's bereits in Österreich und der Schweiz sowie jüngst in Singapur und Thailand.

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