Karstadt zahlt über 250 Mio. € Miete pro Jahr

Die Entscheidung über Karstadt ist erneut vertagt worden. Bislang kein Durchbruch bei Gesprächen zwischen Nicolas Berggruen und Highstreet (86 von 120 Standorten). Wie schon bei Hertie wird letztlich der Vermieter der allermeisten Immobilien darüber entscheiden, wie die Zukunft aussieht.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Höhe der Mieten, die Karstadt vor der Insolvenz zahlen musste. Laut Immobilien Zeitung sind dies 258 Mio. € pro Jahr bzw. im Schnitt 11,31 € pro qm und Monat. Das Highstreet-Immobilien-Portfolio umfasst knapp 2 Mio. qm. Hier einige Spitzenwerte:

• Berlin, KaDeWe: über 87.000 qm Fläche, 23,2 Mio. € Jahresmiete – macht 22,26 € Monatsmiete pro qm.
• Hamburg, Alsterhaus: über 46.000 qm, 13,3 Mio. € Jahresmiete – 23,80 € pro qm und Monat.
• München, Bahnhofplatz: 56.000 qm, 11,2 Mio. € Jahresmiete, 16,55 € Monatsmiete pro qm.
• München, Oberpollinger: 29.000 qm, 9,5 Mio. € Jahresmiete – 27,29 € pro qm und Monat.
• Ebenfalls über 5 Mio. € Jahresmiete kosten folgende Standorte: Berlin Kurfürstendamm 231, Berlin Hermannplatz, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Köln, Nürnberg und Wiesbaden.
• Interessant die Bandbreite der qm-Preise: Der kleinste Wert mit 4,04 € pro qm und Monat wird in Erfurt, Trommsdorfstraße 1/Meyfartstraße, bezahlt. Das kleine Haus zählt 5.255 qm. Am höchsten – nämlich 31,26 € pro qm – liegt der Preis im knapp 12.000 qm großen Haus in Erfurt, Anger 1 – 3.
• Im Durchschnitt aller Highstreet-Immobilien, in denen Karstadt Mieter ist, gilt: gut 21.000 qm Fläche, 2,8 Mio. € Jahresmiete und 11,31 € Monatsmiete pro qm.

Dem Highstreet-Konsortium gehören 86 der 120 Karstadt-Häuser. Das Konsortium bietet über die kommenden fünf Jahre Mietsenkungen von knapp 230 Mio. € zusätzlich zu den im Sanierungsvertrag zugesicherten 160 Mio. € an. Zwar ist der Kaufvertrag letzte Woche unterschrieben und notariell beglaubigt worden, enthält aber aufschiebende Bedingungen, die von den Parteien gelöst werden müssen. Von einer Einigung mit den Vermietern des größten Teils der Karstadt-Häuser über Mietsenkungen hängt ab, ob dieser Vertrag von Berggruen mit dem Insolvenzverwalter der Warenhausgruppe rechtskräftig wird. Nächstes wichtiges Datum ist der 16. Juli (Amtsgericht Essen/Annahme des Insolvenzplans).

www.karstadt.de


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