Hans im Glück/Peter Pane

Keine Einigung beim Gerichtstermin in München

Die Sachlage ist kompliziert und selbst für die juristischen Profis am Werk schwer auseinanderzudröseln. Die Perspektiven der Kontrahenten auf den Casus könnten kontrastreicher kaum sein. Fakt ist: Bei der gestrigen Gerichtsverhandlung am Landgericht München, in der es um die Schadenersatzklage der Hans im Glück Franchise GmbH und die Widerklage der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH ging, wurde keine einvernehmliche Lösung gefunden und die Entscheidung auf die Hauptverhandlung vertagt.

Beide Parteien hatten Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe geltend gemacht. Paniceus/Peter Pane nannte im Vorfeld den Betrag von 4,2 Mio. €. Die Summe von 8 Mio. € wurde auf Seiten der Gegenpartei gefordert, so zumindest wollen es Münchener Medien wissen.
Hans im Glück bedauert, mehrere Vergleichsangebote seien von der Gegenseite nicht angenommen zu worden, damit bleibe nur der Weg in die Hauptverhandlung. Paniceus-Geschäftsführer und Inhaber Patrick Junge seinerseits wäscht seine Hände in Unschuld: In einer Pressemitteilung ließ er verlautbaren, er sehe sich durch die Ausführungen des Gerichts in seiner Rechtsposition bestärkt, wäre aber dennoch bereit gewesen, “in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen an einem Vergleich mitzuwirken“.

Die Fronten sind sichtlich verhärtet. Zumal Junge schweres Geschütz auffährt und im Zusammenhang mit der – nach seiner Lesart – unerwarteten Kündigung des Franchisevertrages unter anderem von rabiaten Geschäftsmethoden spricht. Welchen Eindruck dieser Vorgriff auf zu klärende Sachverhalte auf die Richter macht, sei dahingestellt.

Hans im Glück hingegen hält mit Blick auf die juristische Auseinandersetzung fest: „Wir sind überzeugt, dass unserer Klage stattgegeben wird und die Widerklage gegen uns rechtlich keine Substanz hat, da unsere Kündigung des Franchise- und Systempartnervertrages im Herbst 2015 wirksam ist.“

Die juristische Auseinandersetzung der einstigen Systempartner dauert nun schon seit über einem Jahr an. Unabhängig von der gerichtlichen Auseinandersetzung setzen beide Parteien ihren Expansionskurs fort.

Paniceus betreibt derzeit 17 Peter Pane-Restaurants in Norddeutschland, bis Jahresende sollen 7 weitere dazukommen. Auch dem Anfang des Jahres gestarteten Pilotbetrieb des Hot Dog-Formats Hook Dogs sollen im Lauf des Jahres weitere Units folgen. Für 2016 meldete das Unternehmen 31,2 Mio. € Umsatz bei 16 Outlets am Jahresende.

Hans im Glück erzielte im vergangenen Jahr mit 44 Standorten am Jahresende Erlöse von 87,4 Mio. €. Am kommenden Dienstag (9. Mai) eröffnet in Paderborn Betrieb Nummer 45 der Marke.

www.hansimglueck-burgergrill.de

www.peterpane.de





stats