Kempinski Hotel & Resort Sporting Club, Bad Saarow

Kempinski Hotels & Resorts mit Sitz in Genf hat sich zum 1. Januar 2001 aus der Führung des Kempinski Hotel & Resort Sporting Club Berlin in Bad Saarow zurückgezogen. Der Eigentümer des Hauses, die österreichische Bauholding AG, Wien, hat das Management an CCA International, Hongkong, übertragen. Somit endet das Engagement von Kempinski am Scharmützelsee in Brandenburg nach rund vier Jahren.

Die Erwartungen erfüllt hatte das mit 200 Zimmern und 64 Appartments ausgestattete Luxushotel bisher nicht. Insbesondere der Standort erwies sich als ausgesprochen schwierig. Sowohl die Geschäftsführung, als auch die Küchenleitung wurden seit Inbetriebnahme 1997 mehrfach ausgewechselt. Noch 2000 wurden 10 Mio. DM in den Umbau der Eingangshalle und in die Sportbereiche investiert, da sie den Ansprüchen von Hotel und Sportstätte nicht gerecht wurden.

Die Betreibergruppe Kempinski hat sich mit Bad Saarow im vergangenen Jahr zum dritten Mal aus einem ostdeutschen Hotelbetrieb zurückgezogen. Der Fürstenhof in Leipzig und der Elephant in Weimar sind in die Hände der Münchner ArabellaSheraton Hotels übergegangen. Als ausschlaggebender Grund für Kempinskis Rückzug aus Bad Saarow wird das seit längerem anvisierte, veränderte Konzept des Eigentümers genannt. Bislang wurde der Hotelbetrieb von Kempinski gesteuert, während die Sportstätten von der SGS Scharmützelsee Golfhotel & Sportanlagen GmbH, Bad Saarow, gemanagt wurden. Hinter der SGS steht wiederum die österreichische Bauholding, die beabsichtigt, sich ganz aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Nach Vorstellung der Wiener ist eine neue Vermarktungsstruktur geplant, die die Freizeit-Immobilien miteinschließt und so den Beherbergungs- und Sportbetrieb zusammenführt. Kempinski dagegen lehnt diese Ausrichtung des Sporting Clubs ab, da sie nicht dem hauseigenen Kerngeschäft als Betreiber von Grandhotels, Metropolenhäuser und Hotelresorts entspräche.

Die neue Betreibergesellschaft CCA hingegen wird in Zukunft sowohl das Hotel, als auch sämtliche Sportbereiche, die Club-Mitgliedschaften sowie den Immobilien-Vertrieb verantworten. Das Unternehmen befasst sich seit 1983 mit der Entwicklung und dem Betrieb von Privat-Clubs sowie Golf-Resorts, vornehmlich in der Region Asien/Pazifik. Aber auch auf dem europäischen Markt expandiert das Unternehmen. In Deutschland gehört bereits der Berliner Golf und Country Club Motzener See in den Verantwortungsbereich von CCA. Das europäische Vorzeigeprojekt ist ein Konferenzzentrum sowie Golf Club in Brocket Hall bei London. Zur Zeit hat die Gesellschaft weltweit 70.000 Clubmitgliedschaften verkauft und über 800 Mio. US-$ an Mitgliedsbeiträgen verbucht.

Die Anlage in Bad Saarow soll in Zukunft verstärkt von CCA auf dem internationalen Markt vertrieben werden. Clubmitglieder können zu vergünstigten Tarifen im Resort Station machen. In der Übergangsphase werden Hotel und Sportstätte von der SGS geführt. Am 15. Februar wird das "Hotel & Resort Sporting Club Berlin" umbenannt und einen neuen Anlauf unter dem Vermarktungskonzept von CCA unternehmen.
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