GfK

Konsumlaune der Verbraucher steigt

Trotz wachsender Furcht vor einem konjunkturellen Abschwung: Die Konsumlaune der Deutschen steigt. Das jüngste Konsumklima-Barometer der GfK für den Monat Juni beträgt wie im Mai 5,7 Punkte – für Juli sagen die Konsumforscher einen Anstieg auf 5,8 Punkte voraus.

Zwar sanken die Konjunkturerwartungen im Juni auf ein Jahrestief, doch die Verbraucher rechnen mit steigenden Einkommen und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben. Die gute Beschäftigungslage sorgt offensichtlich für wenig er Angst vor Jobverlust und damit Planungssicherheit. Gleichzeitig wird das Sparen aufgrund historisch niedriger Zinsen und gleichzeitig sinkendem Vertrauen in die Finanzmärkte immer weniger attraktiv.

„Die Turbulenzen im Euro-Raum haben dem Konjunkturoptimismus der Verbraucher einen deutlichen Dämpfer gegeben“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Bislang sehen die Bundesbürger jedoch die Gefahren aus dem Ausland offenbar ausschließlich für die Konjunktur generell und weniger für ihre persönliche Situation.“ Das Barometer für die Konjunkturerwartungen brach angesichts diverser negativer Nachrichten aus der Wirtschaft um 16,6 auf 3,0 Punkte ein.

Andererseits habe vor allem der robuste Arbeitsmarkt mit sinkender Arbeitslosigkeit und spürbaren Tariferhöhungen aus Sicht der Konsumenten ein positives Gegengewicht zur Schuldenkrise dargestellt. Aufgrund des nachlassenden Inflationsdrucks sähen die Konsumenten zudem ihre Kaufkraft gestärkt. Die Teuerungsrate war im Mai erstmals seit rund anderthalb Jahren unter die Marke 2 % gefallen, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. Das Barometer für die Einkommenserwartung legte deshalb um 8,1 auf 40,1 Zähler zu.

Insgesamt rechnet die GfK in diesem Jahr mit einem Wachstum der realen Konsumausgaben um etwa 1 %. Belastend könnte sich allerdings eine weitere Verschärfung der Eurokrise auswirken – Themen wie der möglichen Ausstieg Griechenlands aus dem Währungsraum oder der Zuspitzung der spanischen Bankenkrise seien geeignet, die positive Entwicklung der Konsumkonjunktur zu stoppen, heißt es.

Allerdings ist das Konsumklima von den Tiefständen in der Finanzkrise 2008 weit entfernt: Damals war der Indikator unter 2 Punkte gefallen.

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