Nordrhein-Westfalen

Kündigung nach Gratis-Essen in Klinik-Kantine

Zwei Mitarbeiter der Rehaklinik Königsfeld im nordrhein-westfälischen Ennepetal haben sich fast ein Jahr lang in der hauseigenen Kantine morgens und mittags umsonst durchgegessen. Der Schwindel wurde erst spät aufgedeckt, da das Abrechnungssystem auf Vertrauen basiert: So legen die Mitarbeiter als Bezahlung für ihr Frühstück oder Mittagessen einfach eine zuvor gekaufte Essensmarke in einen Plastikbehälter– dies erfolgt jedoch ohne menschliche Kontrolle. Nach Bekanntwerden des Betrugs wurden beide Mitarbeiter fristlos gekündigt, berichtet die Tageszeitung „Der Westen“.

Die Gekündigten – zwei Haustechniker –  haben inzwischen beim zuständigen Arbeitsgericht Hagen Kündigungsschutzklagen eingereicht. Das erste Verfahren wurde mit einem Vergleich abgeschlossen, die fristlose Kündigung in eine fristgerechte Entlassung umgemünzt. Zudem erhält der Beschuldigte 2.500 Euro Abfindung vom Klinikbetreiber, der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. Ein Erfolg des Angestellten, war er doch erst seit anderthalb Jahren im Reha-Zentrum beschäftigt, wertet der "Westen". Eine Klage auf Weiterbeschäftigung hätte zudem vor den Richtern keinen Erfolg gehabt.

Insgesamt ist der Klinik durch den Gratis-Esser ein Schaden von 240 Euro entstanden, zumal sich der angeklagte Haustechniker auch am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedient hat. Normalerweise hätte er dafür eine Essensmarke für 1,60 Euro kaufen müssen. Der betroffene Mitarbeiter bestreitet jedoch vehement, täglich das Frühstücks- und Mittagsangebot in Anspruch genommen zu haben. Er hätte auch schon mal sein eigenes Essen mitgebracht. Die 240 Euro Schaden bezahlte er dennoch anstandslos. In der nächsten Woche verhandelt das Gericht den zweiten Fall.



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