Ahold/Delhaize

LEH-Milliardenfusion unter Dach und Fach

Die Handelsgrößen Ahold (NL) und Delhaize (BE) können wie geplant fusionieren. Die US Federal Trade Commission hatte als letzte zustimmungspflichtige Behörde letzten Freitagabend grünes Licht gegeben, damit ist der größte Zusammenschluss der jüngeren europäischen Handelsgeschichte vollzogen.

Entstanden ist nach Angaben der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) der viertgrößte LEH-Filialist Europas.

Ahold-CEO Dick Boer und Delhaize-Chef Frans Muller hatten die Milliarden-Fusion im Juni vergangenen Jahres angekündigt. Ziel sei es unter anderem, Synergieeffekte zu heben, hieß es damals. Ab 2019 sollen jährliche Einsparungen von 500 Mio. € möglich sein.

Der neue Handelsriese mit Aktivitäten in elf Ländern steht für 6.500 Märkte und 375.000 Arbeitnehmer und dürfte auf schätzungsweise 63 Mrd. € Umsatz kommen (geschätztes EBIT: 2,3 Mrd. €). Fast zwei Drittel der globalen Umsätze werden im Osten der USA erzielt.

Mit 38 Mrd. € steuert Ahold den größeren Teil der Umsätze bei und soll 61 % des neuen Konzerns halten, Ahold-Mann Dick Boer steht als CEO dem neuen Unternehmen vor. Der bisherige Delhaize-CEO Muller ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Ins gemeinsame Portfolio hat Ahold namentlich die Marke Albert Heijn eingebracht. 995 Verbraucher- und Conveniencemärkte der Marke repräsentieren in den Niederlanden einen LEH-Marktanteil von 35 %. Das Convenience-Format AH to go ist seit Herbst 2012 sechs Mal auch in Deutschland anzutreffen. Zum Netz in Holland gehören außerdem 600 Wein- und Spirituosenläden (Gall & Gall) sowie 540 Drogeriemärkte (Etos) samt Onlineshop, des Weiteren der Nonfood-Webshop Bol.com (Media, Elektronik & Co).

Zudem ist Ahold in der Tschechischen Republik mit rd. 330 Supermarkt-Filialen präsent sowie im Rahmen eines Joint Ventures an 400 Pingo Doce-Supermärkten in Portugal beteiligt. In den USA erzielte das Unternehmen bislang mit rd. 790 Standorten (Marken: Giant, Giant Food Store, Martin’s Food Markets, Stop & Shop) mehr als 60 % seiner Umsätze und belegte Rang Nr. 5 im US-Foodhandel.

Rd. 1.100 US-Filialen des Supermarkt-Formats Food Lion sowie knapp 200 Hannaford-Märkte steuert der bisherige Wettbewerber Delhaize bei. Auf das US-Geschäft entfielen zuletzt rd. zwei Drittel der Gesamtumsätze des Konzerns, der in Belgien und Luxemburg mit unterschiedlichen Formaten mehr als 700 Flächen bespielt.

Mit insgesamt mehr als 1.200 Filialen ist Delhaize zudem in verschiedenen Märkten Ost- und Südosteuropas sowie mit über 100 Standorten in Indonesien vertreten.

www.aholddelaize.com



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