LSG und Verdi streiten um Lohnkosten

Bei Lufthansa Sky Chefs (LSG) steht laut Medienberichten fast jeder sechste Job in Deutschland auf dem Prüfstand. Gegenüber der Gewerkschaft Verdi habe die Lufthansa Service Holding, Deutschlands drittgrößter Gastronom, 985 von derzeit rund 6.000 Vollzeitstellen in Frage gestellt. Die LSG bestreitet, dass derartige Beschlüsse bereits gefasst wurden: "Über Arbeitsplätze reden wir derzeit gar nicht", so Sprecherin Josefine Corsten. "In unseren Strukturgesprächen geht es um Urlaubs- und Arbeitszeit sowie um Zuschläge und auch Standortüberlegungen." 2011 konnte die LSG ihren Umsatz an ihren 19 deutschen Standorten um 4,2 % auf 714 Mio. Euro steigern. 

Angesichts von Überkapazitäten durch den Wegfall von Kunden wie Tuifly seien die Personalkosten in den Regionalgesellschaften zu hoch, heißt es. Diese liegen laut Corsten bei der LSG rund 20-30 % über dem Wettbewerb. Die von Verdi kolportierten Zahlen wollte sie nicht bestätigen. Es handele es sich um ein 'Worst Case-Szenario', nach Abschluss der Strukturverhandlungen möglicherweise aus Kostengründen abzubauender Stellen, das man Verdi vertraulich genannt habe. Beschlüsse lägen hierzu bislang nicht vor. Wenn überhaupt, sei geplant, diese Ziele weitestgehend durch Nicht-Verlängerung befristeter Arbeitsverträge und Fluktuation zu erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht auszuschließen.  
 

Den Verzicht auf genau diese habe die Belegschaft aber seit 2005 durch Lohnverzicht und Zugeständnisse bei der Arbeitszeit im Volumen von 16 Mio. Euro im Jahr erkauft, beharrt Verdi. Das Management der Lufthansa fordere dagegen eine weitere Lohnzugeständnisse im Umfang von 37 Mio. Euro. Bis Ende Januar 2013 gilt der Tarifvertrag und damit ein Verbot betriebsbedingter Kündigungen.

Betroffen von den Streichungen wären laut Verdi rund 600 Jobs am Hauptstandort Frankfurt. Die Standorte in Hannover, Bremen und Hamburg sollten möglicherweise zusammengelegt werden. Außerdem werde die Schließung der Niederlassung in Nürnberg geprüft.  


LSG Sky Chefs sieht sich bei einem Umsatz von 2,3 Mrd. Euro als weltweiter Marktführer beim Flugzeug-Catering und beliefert auch rund 300 andere Fluggesellschaften. Mit einem weltweit erwirtschafteten operative Gewinn von 85 Mio. Euro gehörte die Caterering-Tochter 2011 zu den Gewinnbringern im Lufthansa-Konzern. Seit viele Billig-Airlines die Bordverpflegung eingesparen und andere Gesellschaften an dieser Stelle kürzen, wird das Geschäft der LSG allerdings zunehmend schwieriger. Das Deutschland-Geschäft entwickele sich schwächer als in anderen Märkten, so Corsten.

www.lsgskychefs.com

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