'Guck mal wer da kocht'

Ladenlokal für Pop-up-Konzepte startet in Frankfurt

Aus Köln ist das Format bereits bekannt: Seit rund zwei Jahren sorgt dort der 'Laden ein', ein Restaurant, in dem gastronomische Neulinge und Startups ihr Konzept für einige Wochen ausprobieren können, bevor der nächste Betreiber einzieht, bereits für viel Aufmerksamkeit und Lob aus der Branche. Nun startet ein ähnliches Projekt in Frankfurt am Main: Bei 'Guck mal wer da kocht' stehen ab dem 19. Februar für zwei Wochen peruanische Spezialitäten auf der Speisekarte.

"Wir kennen natürlich den 'Laden ein', sagt Daniele Marino, der jetzt gemeinsam mit Hernando Ospina die Idee vom temporären Ladenlokal für junge Gastronomie-Konzepte nach Frankfurt bringt. "Und doch sind wir ein bisschen anders." Eine Kopie sei 'Guck mal wer da kocht' ohnehin nicht. "Die Idee enstand während unserer Arbeit und in Kooperation mit Food Startups und Food-Truckern, die auf unseren Events zu Gast sind." 

Denn das Duo organisiert bereits seit Jahren deutschlandweit erfolgreich Kultur-Events, bei denen die Straßenküche, zumeist aus Lateinamerika, eine große Rolle spielt. "Irgendwann kamen wir mit den Gastronomen ins Gespräch, dass Flächen, auf denen man Konzepte oder Produkte auch stationär ausprobieren kann, fehlen. Da Frankfurt unser Heimatstandort ist, fiel die Entscheidung, die Idee hier zu realisieren, nicht schwer", erzählt Marino. 

Das zweigeschossige Ladenlokal in der Innenstadt bietet den Gastronomen eine voll ausgestattete Küche plus möblierten und grunddekorierten Gastraum mit 86 Sitzplätzen. "Wer für seine Gerichte Spezialequipment braucht, muss dies allerdings selbst mitbringen", sagt Marino. Auch die ländertypische Dekoration wird je nach Küchenrichtung angepasst. "Ansonsten gilt: "Wir vermieten den Raum schlüsselfertig."

Fliegender Konzeptwechsel

So dauert der Konzeptwechsel planmäßig auch gerade mal einen Tag: "Nach zwei Wochen schließt das eine Konzept am Samstag, Sonntag ist ohnehin Ruhetag, Montag startet dann der neue Betreiber", so Marino. Die beiden Event-Spezialisten kümmern sich um die online- und offline-Werbung, organisieren bei Bedarf Mitarbeiter und beraten auch bei der Zusammenstellung der Speisekarte. Dabei gibt es Vorgaben: "Wir erwarten ein Mittagsmenü mit 3-4 Speisen, die inklusive Getränk einen Betrag von 10 € nicht überschreiten sollten. Abends dann gibt es ebenfalls ein spezielles Angebot aus 3-4 Gerichten, es kann aber auch à-la-carte aus 3-4 Vorspeisen, 5-8 Hauptgerichten und 2-3 Desserts bestellt werden", erklärt Marino das Konzept. 

Die beiden Unternehmer legen Wert darauf, dass die Gastronomen Außergewöhnliches bieten: "Wir wollen nicht das x-te Burger-Konzept oder die 100. Pizza." Stattdessen gilt: je ausgefallener, desto besser, am liebsten Küchen aus Ländern, die in Deutschland kulinarisch noch nicht flächendeckend vertreten sind. 

Das Konzept Peru Deputamaré serviert zwei Wochen lang peruanische Küche, zum Beispiel Pan con Chancho.
Archiv
Das Konzept Peru Deputamaré serviert zwei Wochen lang peruanische Küche, zum Beispiel Pan con Chancho.
Den Anfang macht deshalb mit Peru Deputamaré ein Konzept mit Anden-Küche. Die Betreiber Edwin & Raúl Palomino Valdivia führen bereits ein Restaurant in Bonn und bieten in Frankfurt neben Ceviche auch Empanadas, Pan con Chancho und süße Köstlichkeiten aus ihrer Heimat an. "Wir kennen die beiden schon seit Jahren von unseren Streetfood-Events. Es geht ihnen gar nicht so sehr darum, hier am Main einen weiteren Standort zu eröffnen. Sie wollen das Pop-up-Konzept einfach mal ausprobieren", berichtet Marino. 

Street Food-Kochkurse mit den Gastronomen

Wichtig ist den Machern auch der Hinweis auf die integrierte Kochschule im Obergeschoss des Ladenlokals: "Hier werden wir jeden Mittwoch unter der Regie des jeweiligen Gastronomen Kochkurse abhalten, die sich mit der jeweiligen Länderküche beschäftigten. Authentischer geht es nicht!", ist Marino überzeugt. Die Fläche im 1 Stock lässt sich außerdem exklusiv für Events mieten. "Dort ist dann kulinarisch alles möglich." 

24 Gastro-Konzepte sollen im 'Guck mal wer da kocht' in einem Jahr auftischen - die Nachfrage ist groß, aber noch sind nicht alle Slots vergeben. "Wir haben viele Interessenten und auch schon mehrere feste Buchungen", sagt Marino. Auch die Gäste stehen bereits Schlange: "Eigentlich wollten wir keine Platzreservierungen annehmen, aber die Nachfrage ist schon so groß, dass wir das vor allem abends wohl nicht durchhalten werden."

www.guckmalwerdakocht.de
www.restaurante-peru.de



stats