35. Hamburger Foodservice Preis

Launige Preisträger, neue Köpfe

Das Familientreffen der Branche, die Elite der Systemgastronomen, die Zusammenkunft der Besten – in Hamburg wurde am Freitag Abend vor rund 500 geladenen Gästen zum 35. Mal der Hamburger Foodservice-Preis verliehen.

 

Es war keine wirkliche Überraschung mehr, wer die beiden begehrten 'Ritterschläge der Branche' bekommen würde – schließlich haben wir das Geheimnis schon vor einigen Tagen gelüftet. Aber es war nichtsdestotrotz ein aufregender Moment für die Preisträger, für die Laudatoren und nicht zuletzt für die Moderatoren. Erstmals führte Marianne Wachholz, Chefredakteurin der food-service, gemeinsam mit Markus Gotta, dem verantwortlichen dfv-Geschäftsführer, durch den Abend. Zum allerersten Mal auf der Bühne im Ballsaal des Grand Elysée war zudem Boris Tomic, der ab 1.4.2017 den Staffelstab von Marianne Wachholz übernehmen und neuer Chefredakteur der food-service und der FoodService Europa & Middle East werden wird.


Preisträger KFC Deutschland, Laudator Stephan von Bülow

Doch zuvor gehörte die Bühne zwischen Vor- und Hauptspeise den Preisträgern und ihren Laudatoren. Die beiden gleichwertigen Preise gingen in diesem Jahr an KFC Deutschland und an dean&david. Laudator für KFC war Stephan von Bülow, der zunächst hervorhob, dass 1968 KFC genauso wie die Block Gruppe in Deutschland gestartet sei und dann die fantastische Expansionsleistung und das gelungene Markenrefreshment lobte. Insa Klasing und Marco Schepers nahmen den Preis entgegen und erzählten im kurzen Interview mit Marianne Wachholz von den gemeinsamen vergangenen Jahren. Immer wieder fiel dabei das Stichwort Firmenkultur, was damals der Hauptgrund für Insa Klasing gewesen sei, sich nach dem Smoothie-Start-up Innocent für KFC zu entscheiden. Und somit richtete sie ihren Dank auch an die 4.000 Mitarbeiter, denn „ein Gästeerlebnis wird nie besser sein als das Mitarbeitererlebnis. Das heißt, den Mitarbeitern muss es gut gehen, auch und gerade bei 70 Transaktionen in der Stunde.“ Marco Schepers antwortete auf die Frage nach dem derzeit wichtigsten Ländervorbild: „Ganz klar Russland, das ist gerade wahnsinnig inspirierend für mich – wir sind dort durch viele neue Produkte in den letzten Jahren dramatisch gewachsen!“ Auch für Deutschland sind die Pläne nicht ohne, so schloss Schepers mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass wir für die nächsten 150 Restaurants nicht wieder 50, sondern nur fünf Jahre brauchen werden!“

 

Preisträger dean&david, Laudator Dr. David Bosshart
Die zweiten Preisträger wurden von Laudator Dr. David Bosshart eingeführt, der David Baumgartner als „unruhigen Geist, der immer auf der Suche nach dem nächsten Hit ist und der den Anspruch hat, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“ beschrieb.  Als Urkunde und Medaille an David Baumgartner und Hermann Weiffenbach übergeben waren, wollte Marianne Wachholz von Weiffenbach wissen, wieso er damals Baumgartner, der bei den Banken mit seiner Salatmanufaktur-Idee kalt abgeblitzt war, sein eigenes Geld so bereitwillig zur Verfügung gestellt hatte. Die beiden Preisträger wechselten sich beim Antworten gut gelaunt ab und warfen sich in sichtlicher Vertrautheit die Bälle zu. Ein sehr gelöster Baumgartner verriet, dass seine Eltern sich zunächst etwas schwer taten, den Gedanken an den Sohn als Juristen oder Arzt gegen einen Gastronom auszutauschen – aber, und das sagte Baumgartner voller Dankbarkeit zu seiner anwesenden Mutter, dennoch an ihn glaubten und ihn diesen Weg gehen ließen. Als sein Vater damals zu ihm als 26jährigen ins Zimmer gekommen sei und ihn besorgt gefragt habe, ob er sich sicher sei, dass das der richtige Weg sei, habe Baumgartner „ihn direkt angelogen und gesagt, dass ich weiß, was ich tue“. Wieder etwas ernster war es ihm dann wichtig, etwas zur Arbeitsteilung zwischen ihm und Weiffenbach, dem ebenfalls 50 % des Unternehmens gehören, zu sagen. Weiffenbach warf unter Lachen ein: „Am Anfang hab ich schon echt viel gemacht!“ und Baumgartner ergänzte: „Ja, und jetzt ist die Aufteilung 99:1 für mich – aber das ist in Ordnung so! Denn Du hast vor 11 Jahren zugehört und Dein Geld in die Hand genommen für meine Idee, das ist das, was zählt und sowas muss belohnt werden.“ Der Saal stimmte mit spontanem Applaus zu.


Wagyu-Sirloin mit Morchel-Kohlrabi

Nach dieser launigen und unterhaltsamen Preisübergabe, die der ganze Saal mit sichtlichem Vergnügen verfolgt hatte, war nun die Liveschaltung zu Peter Sikorra, dem Küchendirektor im Grand Elysée an der Reihe, der mit den Details von den Prozessen eines Wagyu-Sirloin, das bei 800° C gegrillt wurde, den Anwesenden den Mund wässrig machte. Im Anschluss übernahm es die weiße Brigade, das edle Stück Fleisch samt ausgesucht komponierter Beilagen in kürzester Zeit auf die Tische zu bringen.


Boris Tomic ab 1.4. neuer Chefredakteur

Nach der Hauptspeise und angeregten Unterhaltungen an den Tischen gingen die Moderatoren ein letztes Mal auf die Bühne, um sich bei Jury und Sponsoren zu bedanken – und Boris Tomic vorzustellen. Tomic, bis dato ein gestandener Chefredakteur in der Tagespresse, wird ab 1. April zur dfv Mediengruppe wechseln. Er kündigte an, den Webauftritt und das digitale Angebot auszubauen, und schloss mit den Worten: „Sie werden mich noch kennenlernen – und ich werde Sie kennenlernen. Mit wem ich heute nicht mehr sprechen kann, den werde ich in den nächsten Monaten kennenlernen, das verspreche ich. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit einer Branche, in der so viel Herzblut steckt!“

 

Der gesetzte Teil des Abends war damit abgeschlossen und die Gesellschaft verlegte sich schnell ins Foyer, wo die Soulisten für Musik und Tanzstimmung sorgten. Das Dessert und später der Late Night Snack wurden als fliegendes Buffet gereicht, so dass die Gäste des Gala-Abends gestärkt bis in die frühen Morgenstunden feiern konnten.





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