Berlin

Markthalle Neun feiert Jubiläum

Am 1. Oktober begeht die Kreuzberger Destination ihren vierten Geburtstag, gleichzeitig hat auch die historische Halle ihr 124. Jubiläum. Angefangen hatte das Projekt als Fortführung einer Anwohnerinitiative, mit der sich die drei heutigen Betreiber Nikolaus Driessen, Bernd Maier und Florian Niedermeier schon früh für die Erhaltung der damaligen Eisenbahnhalle eingesetzt hatten. Entwickelt hat sich die Markthalle Neun seither zu einer der beliebtesten Destinationen für Foodies in der Hauptstadt.

Aufgrund der Verdrängung kleiner Einzelhändler durch große Discounterketten war die Halle ab den Achtziger Jahren von Ausverkauf und Verfall bedroht. 2011 entschied die Stadt Berlin, erstmals eine landeseigene Immobilie nicht für den höchsten Preis, sondern an das beste Konzept zu vergeben.

150 Arbeitsplätze sind schon entstanden und viele innovative Projekte mit klarer Bauern-, Produzenten- und Handwerksorientierung. Regelmäßige Formate wie der ‘Street Food Thursday‘ und die Naschmärkte gehören genauso dazu, wie die jährlichen Höhepunkte Cheese, ‘Wurst und Bier‘, ‘Craft Spirits Festival Destille Berlin‘, ‘Stadt Land Food‘ sowie das erstmalig stattfindende ‘Berlin Coffee Festival‘ – und es werden stetig mehr.

Mit handfestem Idealismus stellt sich das Team der Herausforderung qualitativ hochwertige und natürliche Lebensmittel für einen breiten Konsumentenkreis und ergo möglichst kleinen Preis anbieten zu können, ohne dafür auf Kosten der Bauern und Produzenten gehen zu müssen.

Nikolaus Driessen sagt: „Unser Ziel war von Anfang an, einen Markt aber auch einen Marktplatz zu schaffen. Einen Treffpunkt für Menschen, die sich für Lebensmittel interessieren aber gleichzeitig so niedrigschwellig, dass sich jeder aus der Nachbarschaft willkommen fühlt. Die Realität zeigt, wie schwierig das ist und natürlich kennen wir das Vorurteil ‚zu teuer‘, aber das ist zu kurz gedacht. Was man hier bekommt, ist von leidenschaftlichen Produzenten in Handarbeit hergestellt und entspricht in allen Belangen den Standards, die wir in Bezug auf faire Bezahlung, natürliche Zutaten und Nachhaltigkeit anlegen.“

Die Markthalle Neun steht auch stellvertretend für andere Markthallenkonzepte deutschland- und europaweit. Durch eine niedrige Eintrittsschwelle für Erzeuger und Projekte fördert sie die wirtschaftliche Kreativität und soziale Integrationskraft der Stadt und zeigt damit einen machbaren Gegenentwurf.

Florian Niedermeier erklärt: „Als wir vor vier Jahren hier angefangen haben, wussten wir nicht genau, wohin die Reise geht, da es sich um eine offene Entwicklung handelt und handeln sollte. Wenn ich heute sehe, was für eine Plattform entstanden ist und vor allem, wer sie bevölkert, besucht und belebt, bin ich immer wieder überwältigt von der bunten Vielfalt dieses Marktplatzes, den ich mir schöner nicht hätte vorstellen können.“

Mit ihren 124 Jahren hat die Markthalle Neun schon so einiges gesehen und den drei Begründern gehen noch lange nicht die Ideen aus. Nachdem das neue Konzept zu einem entscheidenden Teil umgesetzt werden konnte und die Eröffnung der hauseigenen Metzgerei kurz bevorsteht, sind bereits die nächsten Projekte in den Startlöchern. Nikolaus Driessen verrät nur so viel: „Die vielen Arbeitsplätze, die bei uns in den vergangenen vier Jahren entstanden sind, zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind und Berlin das Potenzial hat, zum Vorreiter einer ‚New Food Economy‘ zu werden.“

www.markthalleneun.de
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