Marriott setzt auf Asien-Expansion

Konzernchef Bill Marriott weiß es genau: „Asien ist die Region der Zukunft.“ Und der Herr über gut 2000 Hotels weltweit will in den nächsten zehn Jahren mit einer Verdoppelung seiner Hotels in der Region daran partizipieren. Marriott ist derzeit mit 96 Hotels seiner sechs Marken – Courtyard, Marriott, Renaissance, JW, Ritz-Carlton und Marriott Executive Apartments – im Raum Asien-Pazifik vertreten.



Im Mittelpunkt der Expansion steht China, wo Marriott in Guangzhou mit dem „China Hotel“ das mit 888 Zimmern und 70 Mio. US-Dollar Umsatz größte chinesische Hotel betreibt. Es ist das einzige Hotel, das diesen imageträchtigen Namen tragen darf.



Neue Marriotts entstehen, wohin der Chinese schaut: Wuhan, Sitz der zweitgrößten Budweiser Brauerei der Welt, bekommt ein 288-Zimmer-Hotel der Marke Renaissance. In der Industriezone Tanjin in der Nähe von Beijing, entsteht neben dem Renaissance (543 Zimmer) das mit 6200 qm größte Kongresszentrum Chinas.



Auch in Indien werde sich noch „viel mehr tun, als bisher in trockenen Tüchern ist“, kündigt der Vice President an. In zehn Jahren werden Indien und China gleich viele Marriott-Hotels haben. Nicht zuletzt auch wegen der starken Heimatmärkte. Ganz im Gegensatz zu Australien, das im Portfolio „nice to have“ sei, aber aufgrund seiner geringen Bevölkerung kaum für ein großes Reisevolumen stehe. Die Belegungsrate Jahr 2004 gibt Vice President Kent Maury für die Region Asien-Pazifik mit gut 74 Prozent an. Im laufenden Jahr – „a very strong year“ – werde sie wohl auf bis zu 77 Prozent steigen, bei einer um fünf Dollar höheren Durchschnittsrate von knapp 113 US-Dollar. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in asiatischen Hotels bezeichnet er als „phänomenal“. Mit den derzeit 96 Hotels im Raum Asien-Pazifik setzt Marriott etwa 1 Mrd. US-Dollar um. Mit rund 200 Hotels im Jahr 2010 werde sich auch der Umsatz verdoppeln, ist Maury zuversichtlich. Marriott hat einen Gesamtumsatz von rund 13 Mrd. US-Dollar.

Shanghai und Beijing bezeichnet Vice President Kent Maury als „very hot markets“ mit Wachstumsraten bei der Belegung von fast zehn Prozent in den ersten Monaten 2005. In Shanghai sind zudem als einzigem Standort weltweit alle sechs Marriott-„Brands“ vertreten. Dort wird mit bis zu 250 US-Dollar auch die höchste Zimmerdurchschnittsrate erzielt. Das größte Hotel im Raum Asien-Pazifik wird das Renaissance Kuala Lumpur mit 921 Zimmern sein. Auch die Fidschis bekommen im Jahr 2006 ihr erstes Marriott, wenn die Marke JW ihr Ferienhotel mit „Luxus-Spa“ eröffnet. “All business is local” – auch in China und Japan. Zwei Drittel der Gäste in den chinesischen Marriotts sind lokales Publikum. „Der chinesische Mittelstand – immerhin rund 300 Mio. Bürger – ist als Geschäftsreisender und Tourist im eigenen Land unterwegs“, erklärt Maury. Viel verspricht man sich von einem Resort Hotel auf der Insel Hainan mit einer Art Kneipp-Wassertherapie-Center. Auch die Resort-Hotels in Japan sind fast ausschließlich – über 80 Prozent – in japanischer Gäste-Hand, während man sich vom neuen Renaissance auf Bali – unmittelbarer Nachbar ist der Club Med – Deutschland und Europa als Hauptquellmärkte erwartet. „Die Ferienhotels definieren die Marke“, ist man sich bei Marriott sicher, und setzt auf reine Ferienhotels ebenso wie auf Mischformen aus Ferien- und Kongress-Hotel: „Wir müssen schließlich die Nicht-Saison-Zeiten auslasten.“
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