Meetings made in Germany

Der deutsche Kongress- und Tagungsmarkt boomt wie nie zuvor. Allein im vergangenen Jahr wurde mit Seminaren, Tagungen, Kongressen und Meetings ein Umsatzvolumen von 84 Milliarden DM erzielt. Eine Studie des German Convention Bureau hat Volumen und Struktur des Meetinggeschäfts untersucht. In Deutschland lässt sich gut tagen. Das Volumen der Veranstaltungen hat sich seit 1994 nahezu verdoppelt, wobei über 90 Prozent der Tagungsräumlichkeiten von Hotels zur Verfügung gestellt werden. Dies dokumentiert eine umfassende Marktstudie zu Volumen und Struktur des deutschen Kongress- und Tagungsmarktes, die Dr. Eberhard Gugg und Dr. Gisela Hank-Haase von ghh consult im Auftrag des German Convention Bureau (GCB), Frankfurt, realisiert haben. "Wir stellen einen expandierenden Tagungs- und Kongressmarkt in Deutschland fest", so Ursula Schörcher, Vorsitzende des Verwaltungsrates des GCB und des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Das Volumen der Tagungs- und Kongressveranstaltungen in Deutschland erreichte 1999 in Hotels, Kongresszentren, Hochschulen und Flughäfen insgesamt 1,15 Mio. Veranstaltungen. Bei dem seit 1994 fast verdoppelten Tagungsvolumen entfielen auf Hotels 85 Prozent der Veranstaltungen (973.000) und 48 Prozent der Teilnehmer (30 Mio.). 1999 initiierten 63 Millionen Teilnehmer insgesamt ein Umsatzvolumen von 84 Mrd. DM und 65 Mio. Übernachtungen. Damit sind über 25 Prozent des Gesamtumsatzes im Tourismus (320 Mrd. DM) vom Tagungsreiseverkehr abhängig. Das Umsatzvolumen kann nach der Studie erstmals einzelnen Bereichen zugeordnet werden: Das Gros des Umsatzvolumens liegt mit 47 Mrd. DM bei den Veranstaltungsgebühren, gefolgt von 18 Mrd. DM Umsatz für Übernachtungs- und Verpflegungskosten, was einem Anteil von 15 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Gastgewerbe entspricht. Bei einem Blick auf die Veranstaltungsstätten fällt auf, dass Hotels die meisten Kapazitäten stellen. Derzeit bieten insgesamt 10.729 Anbieter Tagungsräume für jeweils mindestens 20 Teilnehmer. 93 Prozent der Veranstaltungsstätten (9.982) sind Hotels, von denen zwei Drittel in kleineren Städten angesiedelt sind, so dass die Tagungsbranche als mittelstandsfördernd angesehen werden kann. Auch bei Veranstaltungsräumen entfällt mit rund 75 Prozent (41.077) die weitaus größte Anzahl auf Hotels, die vor allem kleinere Raumeinheiten für bis zu 50 Personen anbieten. Ein Blick auf die Entscheidungskriterien der Teilnehmer zeigt, dass weniger der Preis als eine gute Infrastruktur ausschlaggebend ist. An erster Stelle stehen gute Anreisemöglichkeiten, die von 56 Prozent der Befragten genannt wurden. Vor allem unter diesem Aspekt tagen 59 Prozent der Teilnehmer am liebsten in Deutschland. Hauptgründe dafür sind die gute Erreichbarkeit, die kurze Reisezeit und die schnelle Verkehrsanbindung. Für ausländische Teilnehmer stehen die reizvolle landschaftliche Umgebung und das Image des Veranstaltungsortes im Vordergrund. "Dem Vorurteil hoher Kosten steht ein objektiv gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber", betont Schörcher.
    Nicht-fachbezogene Entscheidungskriterien
  • Gute Anreisemöglichkeiten: 56%
  • Know-how Standort: 41%
  • Image: 40%
  • Touristische Attraktivität: 32%
  • Reizvolle Umgebung: 28%
  • Preisniveau: 20%
Quelle: Teilnehmerbefragung, ghh consult Dr. Gugg & Dr. Hank-Haase, GCB Als besondere Stärken weist der Tagungsstandort Deutschland Perfektion, Infrastruktur und Qualität auf. AC
    Veranstaltungsmarkt Deutschland (1,15 Mio. Veranstaltungen)
  • Tagungen & Konferenzen: 44%
  • Seminare: 49 %
  • Events: 5%
  • Kongresse/Großveranstaltungen: 2%
Quelle: Anbieterbefragung, ghh consult Dr. Gugg & Dr. Hank-Haase, GCB



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