Mehr Bio in Hamburg’s großen Küchen

"Bio in der Küche heißt, etwas Neues anzufangen", betonte der Bio-Caterer Jens Witt beim Hamburger Bio-Infomarkt, zu dem die Eco Region GmbH in Zusammenarbeit mit dem Ökologischen Großküchenservice, Frankfurt, in das Foyer der Techniker Krankenkasse (TKK) eingeladen hatte. Zahlreiche Verantwortliche von Hamburger Betriebsrestaurants, Schul- und Kindergartenküchen sowie Cateringunternehmen waren gekommen, um sich über Bio-Produkte zu informieren oder ihre Erfahrungen mit Berufskollegen auszutauschen. Jens Witt zählt dabei zu den Bio-Profis. Seit 1993 betreibt er in Hamburg den ökologischen Cateringservice Wackelpeter. Von Anfang an war 100 Prozent Bio für ihn selbstverständlich.>ZZ> "Dabei müssen alle Mitarbeiter hinter der Idee stehen" ist der Öko-Caterer überzeugt. Zehn Jahre nach der Gründung bereitet sein nach EU-Bio-Verordnung kontrolliertes und zertifiziertes Unternehmen mehr als 850 Mahlzeiten pro Tag. Auf der Gastronomie-Fachmesse InternorGa wurde Witt eben erst mit einem Bio-Star in der Kategorie Catering ausgezeichnet. Der Bio-Star wurde vergeben für die Großküche mit dem besten ökologischen Konzept. Bisher sind Unternehmen wie seines jedoch selten. Obwohl rund ein Drittel aller Mahlzeiten in Deutschland außer Haus eingenommen werden, liegt der Bio-Anteil in diesem Segment weit unter den 3 Prozent, die er im Lebensmitteleinzelhandel erreicht hat. Im September letzten Jahres wurde deshalb unter dem Motto "Klasse für die Masse. Mehr Bio in der Großküche" eine Informationskampagne gestartet. Der Hamburger Bio-Infomarkt ist Teil dieser Kampagne, die vom Verbraucherschutzministerium des Bundes finanziert wird. Der Bio-Neuling und selbstständige Caterer Heinz Ahnfeldt war von Berufskollegen auf das Thema Bio angesprochen worden. Auf dem Hamburger Bio-Infomarkt kam er dann in Kontakt mit dem Inhaber eines ökologischen Fleischereibetriebes. Ahnfeldt war beeindruckt von der Qualität des Biofleisches. "Wenn man ein Bio-Steak in der Pfanne brät, bleiben 180 Gramm Fleisch auch 180 Gramm Fleisch", erklärt der Küchenchef den sichtbaren Qualitätsunterschied. Nun will Ahnfeldt auch seine Kundschaft von den Vorteilen eines Biomenüs überzeugen. Dabei hofft er insbesondere auf ein positives Echo bei den weiblichen Tischgästen, die sehr anspruchsvoll seien und meist wissen möchten, woher die Lebensmittel kommen. Miriam Maack, zuständig beim internationalen Catering-Unternehmen Sodexho für die Hamburger Kantine der TKK, stand dagegen Bioprodukten erst sehr skeptisch gegenüber. Da die TKK jedoch ein Bio-Angebot in ihrer Kantine forderte, musste sich die junge Frau mit dem Thema auseinandersetzen: "Heute bin ich von den Vorteilen des Bio-Anbaus und der artgerechten Tierhaltung überzeugt und gebe diese Überzeugung an unsere Tischgäste sehr glaubwürdig weiter" beschrieb Miriam Maack sehr persönlich ihr Engagement während der abschließenden Diskussionsrunde.



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