Merck erwägt Auslagerung der Betriebsverpflegung

Im Zuge der Sparmaßnahmen beim Chemie- und Pharmariesen Merck in Darmstadt steht auch die Auslagerung der Betriebsverpflegung zur Debatte. 

"Seit April gibt es das Programm Office Outsourcing", zitiert die "Financial Times Deutschland" Personalvorstand Kai Beckmann aus der Mitarbeiterzeitung. Damit sollen Vor- und Nachteile der Auslagerungerung bestimmter produktionsunterstützender Einheiten überprüft werden. Während der Konzern dazu bislang keine weiteren Details verlauten lässt, nennt Betriebsratschef Heiner Wilhelm die Bereiche Kantine, Werkschutz, Logistik und Teile der Technik. 

Noch im vergangenen Herbst hatte die in Eigenregie betriebene Werksverpflegung eine neue Zentralküche mit modernem Betriebsrestaurant auf dem Darmstädter Firmengelände erhalten. Dort werden täglich 3.000 Essen zubereitet. Verpflegungsleiter Roberto Jülich war es außerdem gelungen, eine bislang von einem Caterer betriebene Kantine in seine Verantwortung zu übernehmen. Die insgesamt sechs Betriebsrestaurants konnten im vergangenen Jahr ihre Umsätze um mehr als 9 Prozent auf 5,9 Mio Euro erhöhen. Im Gastrobereich von Merck sind derzeit rund 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit dem Sanierungsprogramm "Fit für 2018" reagiert das Unternehmen auf Umsatzeinbrüche durch staatliche Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem und der wachsenden asiatischen Konkurrenz für das bislang sehr lukrative Flüssigkristallgeschäft. Während es an deutschen Standorten nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen soll, müssen die 1.250 Mitarbeiter von Merck Sereno in Genf mit der kompletten Schließung des Standortes rechnen. 

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