Hanau

Metzgerei-Filialist Zeiss insolvent – Sanierung angestrebt

Das Hanauer Unternehmen Zeiss hat in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Metzgerei-Kette erst im September neu aufgestellt hatte: Seit Herbst produziert das Bruchköbeler Familienunternehmen von Karl Eidmann für Zeiss. Eidmann war als möglicher Mitgesellschafter im Gespräch. Die GfW Beteiligungs-GmbH hatte in diesem Jahr alle Zeiss-Anteile von der 2009 eingestiegenen Aheim Capital übernommen und suchte einen weiteren Investor.
Ungeachtet der am 3. Dezember beim Amtsgericht Hanau angemeldeten Insolvenz der Metzgerei Zeiss GmbH und der Metzgerei Zeiss Beteiligungs GmbH läuft der Geschäftsbetrieb in allen Zeiss-Filialen unverändert weiter. Auch die Zahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens sind für die kommenden Monate gesichert, heißt es in einer Mitteilung.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Jörg Nerlich von der Kölner Kanzlei Görg bestellt. Angestrebt wird eine sogenannte übertragende Sanierung.

Der Filialist mit rund 350 Beschäftigten war in der vergangenen Woche seinem Wurstlieferanten offenbar eine vereinbarte Vorauskassenzahlung in unbekannter Höhe schuldig geblieben. Eidmann war nach Informationen des Fachportals www.fleischwirtschaft.de (dfv Mediengruppe) über den Schritt der Zeiss-Geschäftsführer Marc Linnepe und Peter Halder zum Insolvenzgericht nicht vorab in Kenntnis gesetzt worden.

Zeiss wurde im Jahr 1908 gegründet. Das Unternehmen ist in vier Bundesländern vertreten und zählte Ende 2012 noch knapp 100 Betriebe, Ende 2014 waren es 85. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 33,7 Mio. € (ein Minus von knapp 18 %), davon dürften rd. 20 Mio. € auf das Kapitel Foodservice entfallen sein. Das Geschäft mit der Heißen Theke hatte Zeiss schon früh als Kernkompetenz aufgebaut.

www.erich-zeiss.de




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