Frankfurt

Michael Riemenschneider kehrt zurück an den Main

Frankfurt am Main ist um eine kleine, aber feine gastronomische Perle reicher: Koch Michael Riemenschneider eröffnet heute im Stadtteil Sachsenhausen sein Atelier Wilma. Benannt nach seiner kürzlich verstorbenen Großmutter führt das 18-Plätze-Restaurant den gebürtigen Hessen nach aufsehenerregenden Karrierestationen in Großbritannien nun zurück in seine Heimat. Der Küchenstil ist dementsprechend ebenso anspruchsvoll wie bodenständig und greift Elemente auf, die Riemenschneider in frühester Jugend von seiner Oma lernte und nun modern interpretiert.

"Natürlich bieten wir hervorragende Qualität, das versteht sich ja von selbst", sagt Riemenschneider, "Aber ein Menü bei uns soll erschwinglich sein. Mit dem Atelier Wilma habe ich ein Herzensprojekt umgesetzt, das möglichst vielen Gästen zugänglich sein soll." Jeden Abend stehen 21 Gänge auf der Speisekarte, aus denen sich der Gast sein Wunschmenü zusammen stellen kann. 

Oma Wilma lehrte ihren Enkel unter anderem, dass man nicht verschwenderisch mit Lebensmitteln umgehen sollte. Riemenschneider fühlt sich deshalb der Nose-to-Tail-Küche verbunden, die möglichst das gesamte Tier bzw. die vollständige Pflanze verwertet. Außerdem serviert er seine Gerichte stets mit einer Temperatur unter 38,5 Grad auf ungewärmten Tellern. "Nur dann können wir die Aromen richtig schmecken", ist der Koch überzeugt. 

Mit seinem Londoner Restaurant Canvas sorgte Riemenschneider zuletzt weit über die Grenzen der britischen Hauptstadt hinaus für Furore. Auch dort gab es nur 20 Plätze. "Grundsätzlich wollte ich nie ein Restaurant machen mit mehr als 30 Sitzplätzen", kommentiert der Koch. "Ich finde das einfach viel gemütlicher, auch ein kleines Team kann jedem Gast gerecht werden." Riemenschneider betreibt außerdem das Restaurant Tischlerwirt in Kitzbühel.  

http://atelierwilma.restaurant
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