2017

Mintel identifiziert sieben Verbrauchertrends in Europa

In ihrem neuen Trendbereicht beschreiben Richard Cope, Senior Trends Consultant bei Mintel, und Catherine Cottney, Trends Managerin bei Mintel, die sieben wichtigsten europäischen Verbrauchertrends, die den Markt im Jahr 2017 beeinflussen werden, und erläutern ihre Bedeutung für Verbraucher und Marken.

Bequemes Bezahlen

Dank digitaler Zahlungsmethoden können Überweisungen mit kontaktlosen Chipkarten, Smartphones und tragbaren Geräten getätigt werden. Da immer mehr Verbraucher kontaktlosen Zahlungssystemen vertrauen, werden mehr Unternehmen digitale Zahlungsmethoden anbieten, wodurch wiederum mehr Impulskäufe stattfinden.
Catherine Cottney sagt: „Das Vertrauen der Verbraucher in digitale Zahlungsmethoden wächst und die Akzeptanz wird sich noch weiter erhöhen. Laut Mintel haben sich bereits 30 % der britischen Konsumenten an den Gedanken gewöhnt, bald in einer völlig bargeldlosen Gesellschaft zu leben, während 29 % die Bezahlung via Smartphone als bequemste Methode empfinden. In Zukunft wird ein größerer Fokus auf der Erhöhung der Ausgabengrenze liegen. Einzelhändler werden weiterhin ihre eigenen Smartphone-Zahlungsdienste auf den Markt bringen. Hersteller anderer tragbarer Geräte expandieren ebenfalls in den Bereich der mobilen Zahlungssysteme.“

Quasselbude

Da Instant-Messaging-Dienste wie Snapchat, WhatsApp und Facebook Messenger immer beliebter werden, wird diese Kommunikationsform auch im Kundenservice an Bedeutung gewinnen. Verbraucher werden in Zukunft mit Unternehmen und Geschäften genauso leicht und informell kommunizieren wie mit ihren Freunden.

Catherine Cottney: „Soziale Medien werden zunehmend als sichere und vertrauenswürdige Kommunikationskanäle gesehen, die eine Verbindung zwischen Marken und Verbrauchern schaffen. Die Bedeutung der sozialen Medien im Kundendienst ist nicht zu unterschätzen. Laut Mintel wären 59 % der italienischen Verbraucher gerne in der Lage, Kundendienste über einen Instant Messenger zu kontaktieren, während 24 % der deutschen Verbraucher gerne Instant Messenger nutzen würden, um einen Kundenberater online zu erreichen. Für Verbraucher bricht eine neue Epoche der Bequemlichkeit an, da sie beispiellosen Zugang zu allen Kommunikationskanälen haben werden.“

Der süße Feind

Nach Finnland, Norwegen, Ungarn und Frankreich ist das Vereinigte Königreich jetzt das nächste europäische Land, das eine Zuckersteuer einführen will. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für die europäische Lebensmittel- und Getränkeindustrie dar und es stellt sich die Frage, wie die Zukunft des Zuckers aussieht.

Richard Cope erklärt: „Mintel-Daten zeigen auf, dass sich das schlechte Image von Zucker bereits auf das Verhalten der Verbraucher ausgewirkt hat: 63 % der polnischen, 63 % der spanischen, 60 % der italienischen, 55 % der französischen und 54 % der deutschen Konsumenten sagen aus, dass sie den Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel bereits aktiv reduzieren oder sogar ganz vermeiden."

Airpocalypse now

Luftverschmutzung ist zur Realität geworden, und Regierungen, Marken und Verbraucher sind bereit zu handeln. Nachdem die USA und China den Pariser Weltklimavertrag unterschrieben haben, werden Verbraucher vermehrt in Produkte investieren, die vor Verschmutzung schützen. Dieser Trend ist in China bereits etabliert und Marken werden sich bemühen, Teil der Lösung zu sein, nicht des Problems.

Aufsteigendes Afrika

Das steigende BIP und die verbesserte Infrastruktur in Afrika machen den Kontinent zu einem zuverlässigen und leistungsfähigen Handelspartner, der Geschäfte in allen möglichen Bereichen ausweitet, von Urgetreide über Kakao bis hin zu Mode, Spielfilmen und Comics. Laut Mintels Datenbank weltweiter Produkteinführungen (GNPD) ist der weltweite Anteil der Lebensmittel und Getränke, die Zutaten aus Afrika enthalten, zwischen 2011 und 2015 um 41 % gestiegen. Ein Großteil der westlichen Lebensmittel- und Getränkemarken haben allesamt Produkte auf den Markt gebracht, die auf den afrikanischen Konsumenten abgestimmt sind.

Richard Cope: „Afrikanische Zutaten und Produkte haben enormes Potenzial in Europa, von glutenfreiem Urgetreide wie Sorghum, bis hin zu Nougat und Marmelade, authentischer Gourmet-Schokolade aus Tanzania, Tella Bier aus Äthiopien, oder Snacks aus Kichererbsen und Wegerich."

Soziokulturelle Verantwortung

Aus der Markenperspektive bieten soziokulturelle Initiativen wie Gebäudesanierungen und Förderung von Bildungs- und Kulturangeboten die Möglichkeit, die aktuellen patriotischen Gefühle positiv zu nutzen. Catherine Cottney erklärt: „Laut Mintel sind 20 % der britischen Verbraucher der Meinung, dass große, nationale Unternehmen und Ketten eine größere Rolle in den lokalen Gemeinden spielen sollten. Dieser Ansatz kann auch das Kaufverhalten beeinflussen: Fast die Hälfte (48 %) der britischen Verbraucher im Alter von 25 bis 34 sagt aus, dass das ethische Verhalten eines Unternehmens einen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat."

Genau jetzt, genau hier

Begünstigt durch die wachsende Beliebtheit der Geolocation-Technologie, unterstützen Unternehmen Verbraucher künftig bei der Entscheidung, was sie in den nächsten 30 Minuten bis 48 Stunden kaufen, anschauen, machen oder essen sollen. "Gepaart mit der Verbesserung von Geolocation- und Beacon-Technologien wird der Hype um Augmented Reality Spiele wie Pokémon Go einen Effekt auf die Interaktion der Verbraucher mit ihrer unmittelbaren Umgebung haben und ihr Kaufverhalten und ihre Entscheidungsprozesse beeinflussen", kommentiert Catherine Cottney. "Laut Mintel hat diese Art von Kommunikation Potenzial, denn 29 % der britischen Millennials würden ihren Echtzeit-Standort mit Unternehmen teilen, wenn sie im Gegenzug Angebote aus ihrer Nähe erhalten.“  

Die Vollversion des Mintel Reports 'Verbrauchertrends Europa 2017' steht zum kostenlosen Download bereit: 

http://de.mintel.com

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