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Minustrend bei Biermischgetränken

In den ersten acht Monaten des aktuellen Jahres verzeichneten die Biermischgetränke ein deutliches Minus von -5,4 % im deutschen Außer-Haus-Markt. Tendenziell stärker verantwortlich für diese negative Entwicklung bei den Bier-Mixes sind die jüngeren Zielgruppen der 16- bis 29-Jährigen.
Diese Gruppe ist insgesamt in der Gastronomie für ein deutliches Minus bei alkoholischen Getränken (ausgenommen Cocktails) verantwortlich, bei nicht-alkoholischen Getränken steigert sie ihren Konsum. Bei tieferer Analyse dieser Zielgruppe fällt außerdem auf, dass sich bei zunehmender Ausgehfrequenz (+2,6 %) das Konsumverhalten im Außer-Haus-Markt bei den Konsumzeiten deutlich verschiebt. So beobachten wir eine Verschiebung des Getränkekonsums vom Abend in den Morgen bis hin zu den Mittagsstunden. Darunter leiden alle Hauptkanäle des Biermischgetränke-Umsatzes, wie beispielsweise die Discotheken und Bars, Kneipen, Restaurants oder auch Biergärten. Somit schlägt dieser Trend auch sehr negativ auf die Biermischgetränke zurück.

Auch das Wetter und die EM konnten dieses Jahr keine positiven Impulse in den ersten acht Monaten bringen. Ein deutliches Umsatzplus im Januar gegenüber dem schwachen Vorjahr wird in den Folgemonaten, insbesondere in den für den Out-of-Home Konsum wichtigen Sommermonaten Juni, Juli und auch August, durch ein deutliches Minus mehr als aufgewogen – selbst die EM konnte hier bei weitem nicht den erhofften Aufschwung geben.

So belief sich allein das Minus im EM-Zeitraum auf -8 % gegenüber dem schon schwachen Vorjahr, im folgenden August sogar -13 % (allerdings hatte dieser auch ein Wochenende weniger als in 2015).

Übrigens können sich im Außer-Haus-Markt am ehesten noch die klassischen Radler dem Negativ-Trend widersetzen, welche im Haushaltskonsum überdies Wachstum zeigen. Hier sollten die Gastronomen reagieren und dem Radler wieder mehr Bedeutung beimessen. Gerade auch die neuen alkoholfreien Radler sind für viele Verbraucher eine echte Alternative zum Wasser sowie zu Schorle und Co.

Insofern sollte die Aufmerksamkeit der Konsumenten verstärkt auf diese gelenkt werden, beispielsweise indem sie im Umfeld anderer nicht-alkoholischer Trendgetränke präsentiert werden statt im gewohnten Bier-Umfeld, das viele insbesondere jüngere Konsumenten tendenziell eher außer Acht lassen.

Autor: Florian Wedepohl
Datenbasis ist das Online-Consumerpanel 'GfK TrinkTrends' der GfK Panel Services in Nürnberg.
Quelle: Basis: 30,7 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).
Florian.Wedepohl@gfk.com

www.gfk.com


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