Franchise-Wirtschaft

Moderates Wachstum im Jahr 2017

Ein florierender Arbeitsmarkt bescherte der deutschen Franchise-Wirtschaft im Jahr 2017 ein moderates Wachstum: Die bundesweit rund 950 Franchise-Systeme sind im vergangenen Jahr auf rund 120.700 Franchise-Partner (+ 1,2 %) gewachsen.

In über 161.700 Betrieben (+ 1,5 %) beschäftigen diese rund 710.000 Mitarbeiter (+ 1,8 %) und verantworten einen Systemumsatz von 108 Mrd. € (+ 4,2 %). So die Ergebnisse einer aktuellen Vollerhebung des Bonner forum franchise und systeme.

„Viele Systeme sind im letzten Jahr von innen heraus gewachsen“, erklärte Felix Peckert, Chef des forum franchise und systeme, anlässlich der Präsentation der aktuellen Zahlen in Bonn. Neben den bestehenden Partnern haben auch die Franchise-Geber selbst vermehrt eigene Standorte eröffnet.

Rein rechnerisch hat jedes System im Durchschnitt nur etwa 1,5 Franchise-Partner netto hinzugewonnen.

An der Spitze steht weiterhin der Dienstleistungsbereich mit 35 % der Systeme. 30 % finden sich im Handel. Es folgen Gastronomie, Touristik und Freizeit-Anbieter (25 %) sowie der Bereich Handwerk, Bau und Sanierung (10 %).

Wer sich mit einem Franchise-Konzept selbstständig machen möchte, muss im Schnitt etwa 75.000 bis 125.000 € in einen Betrieb investieren.

„Um den Nerv von wechselwilligen Arbeitnehmern zu treffen, müssen Franchise-Geber jetzt die richtigen Weichen stellen“, ist sich Peckert sicher. Gefragt sind nicht nur neue Strategien in der Rekrutierung, die Franchise-Geber wettbewerbsfähig mit Arbeitgebern machen. Auch viele Betriebstypen müssen neu ausgerichtet und die Geschäftsprozesse vor dem Hintergrund der Digitalisierung optimiert werden.

„Der Betriebstyp von morgen muss nicht nur vernünftiges Geld abwerfen und den Franchise-Partnern die Expansion ermöglichen“, verdeutlicht Peckert. „Er muss vor allem glücklich machen und damit allen Beteiligten eine hohe Jobzufriedenheit bringen.“

Junge Franchise-Systeme müssen heute mehr Geld in die Hand nehmen. Reichte es früher noch aus, profitable Betriebe zu vervielfältigen, muss heute massiv ins Personalmarketing sowie mitarbeiterzentrierte Arbeitsprozesse investiert werden. „Wer seinen Mitarbeitern nicht das Besondere bieten kann, der wird am Arbeitsmarkt verlieren“, so Peckert.

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