Mövenpick-Gründer Ueli Prager wird 85

Heute, am 15. August, feiert Ueli Prager seinen 85. Geburtstag. Ein Schöpfer und Schaffer, wie es in der Gastronomie Mitteleuropas nach dem 2. Weltkrieg keinen zweiten gab. Querdenker, Trendsetter, Vorbild - jeder einzelne dieser gewaltigen Titel ist angebracht. Der Schweizer war weit mehr als Gastronom bzw. Hotelier. Er war Weltmeister darin, vielfältigen, unkomplizierten Lebensgenuss zu popularisieren und zu vermarkten. So entstand in über 40 Jahren ein Milliarden-Imperium. Hunderte heute selbständig erfolgreiche Profis nennen Prager ihren fachlichen Vater, ihren Mentor. Allein der Generationswechsel ist ihm - wie das bei großen Gründerunternehmern eher häufig als selten vorkommt - nicht geglückt. Und so gehört der Schweizer Konzern heute, nach turbulenten 90er Jahren, nicht mehr seinem Gründer, sondern mehrheitlich der deutschen Unternehmerfamilie von Finck. Das schmerzt - und trotzdem: "Es gibt in der Retrospektive nichts, wo ich sagen würde: Oh, hätte ich doch, oder hätte ich doch nicht ... Ich blicke aus meiner Sicht auf ein gutes Leben zurück. Ich bereue nichts." - so Prager an seinem 80., also vor 5 Jahren. Der 'Löwe' erfreut sich noch immer guter Gesundheit und lebt die meiste Zeit des Jahres in England, wo er und seine Frau Jutta nach dem Verkauf ihres Imperiums hingezogen sind. Gefeiert wird in Rom - Happy Birthday dear Ueli Prager. Prager-Gedanken zum Thema Pionier sein: "Entscheiden, ob einer ein Pionier ist, das tut der Markt. Erst der Markterfolg berechtigt zum Titel Pionier - auch im IT-Sektor. Pioniere beschreiten einen mühsamen Weg. Es braucht eine gewisse Besessenheit. Monoman sollte man sein. Man muss bereit sein, auf vieles zu verzichten. Ein Pionier ist außerdem nicht der beste aller Ehemänner. Und wenn ich noch eine Erfahrung weitergeben darf: Die Idee, oder was gerne so großspurig die Vision genannt wird, ist nur ein winzig kleiner Teil. Die Mühsal der täglichen Execution, die Ausführung, die Liebe zum Detail - das macht 95 Prozent. Ein Pionier hört auf seine innere Stimme. Er ahnt, welche Veränderungen in der Luft liegen - und er setzt sie um, bevor ein anderer dies tut. Und jetzt etwas Ketzerisches, heute fast unakzeptabel: Mir ging Qualität immer vor Profit. Er ist keine Zielgröße. Aber mit der richtigen Zielsetzung kommt der Profit ... Dass man seine Produkte lieben muss, ist für mich eine Binsenweisheit. Dass nichts funktioniert ohne den Glauben ans eigene Tun, das habe ich schon früh gelernt. Tender, loving, care."



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