München auf dem langen Weg zur Bio-Stadt

In den Betriebsrestaurants der Stadt München ist Bio langsamer auf dem Vormarsch als es die Stadtväter vor fünf Jahren beschlossen hatten.

Laut Recherche der „Süddeutschen Zeitung“ ist man in der bayerischen Landeshauptstadt noch weit von dem Ziel entfernt, einen Bio-Anteil von mindestens zehn Prozent im Angebot der städtischen Einrichtungen zu erreichen. Gesundheits- und Umweltreferent Joachim Lorenz von den Grünen teilte auf eine Anfrage seiner Partei mit, dass in den städtischen Kantinen bislang am ehesten „wohl das Kriterium des regionalen Einkaufs erfüllt ist“. Von einer vertraglichen Verpflichtung der Betreiber zum Einsatz ökologischer, regionaler und fair gehandelter Produkte habe man aus wirtschaftlichen Gründen abgesehen. Entsprechend unterschiedlich weit ist man auf dem Weg zur Biostadt gekommen.
Während etwa der Pächter der Rathauskantine der Anteil an biologischen, regionalen und fair gehandelten Rohstoffen bei 80 Prozent liege, komme in der Kantine des Baureferats nur einzelne Produkte in Bioqualität auf die Teller. Biofleisch wird ausschließlich in der Rathauskantine angeboten und Fisch aus ökologischer Aquakultur fehlt in den städtischen Betriebsrestaurants ganz. Einmal im Monat gibt es in der Zentralkantine der Stadtwerke ein Biogericht, in den Casinos des Flughafens einmal pro Woche. Für die 53 städtischen Kinderkrippen ist ein Mindestanteil an ökologischen Lebensmitteln von 50 Prozent festgelegt. Die Tagesheime erreichen beim warmen Essen 30 bis 40 Prozent.


stats