Übergewicht

Neue Studie belegt hohe Gesundheitsrisiken

Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) ist noch gefährlicher als bisher angenommen: Das Risiko, an Herzkreislauf-Leiden zu erkranken, steigt mit zunehmendem Gewicht rasant. Darüber informiert aktuell die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).

Sie beruft sich auf die Studie des Department of Epidemiology and Public Health am University College London. Sie zeigt auf, dass sich das Risiko an Herz-Kreislaufleiden zu erkranken für Übergewichtige in etwa verdoppelt, für schwer Übergewichtige bereits verzehnfacht. Über mehr als zehn Jahre wurden die Daten von 120.813 Männern und Frauen in USA und Europa ausgewertet.

Weltweit hat sich seit 1980 die Rate der Adipositas in mehr als 70 Ländern verdoppelt: Im Jahr 2015 waren insgesamt 107,7 Millionen Kinder und 603,7 Millionen Erwachsene adipös (BMI über 30), so ein Ergebnis einer Studie, die das New England Journal of Medicine vorgestellt hat. Etwa vier Millionen Todesfälle werden global auf Übergewicht zurückgeführt.

Präventionsmaßnahmen erforderlich

"Die Untersuchung zeigt, wie wichtig weltweit die Bekämpfung von Übergewicht ist und unterstreicht umso mehr die Forderungen nach einer wirkungsvollen bevölkerungsweiten Prävention", so Dr. Dietrich Garlichs, Sprecher der DANK.

Die Allianz empfiehlt vor diesem Hintergrund in Anlehnung an Empfehlungen der Vereinten Nationen und der WHO vier wesentliche Maßnahmen für eine wirkungsvolle Prävention von Übergewicht und Adipositas in Deutschland:
  • Steuersenkungen für gesunde Lebensmittel mit geringer Energiedichte und geringem Gehalt an Zucker, Fetten oder Salz
  • Steuererhöhungen für energiedichte Lebensmittel mit hohem, über den Empfehlungen liegendem Gehalt an Zucker, Fetten oder Salz
  • Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel und Getränke an Kinder bei Nichterfüllung der Nährwertprofile der WHO
  • Verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel durch ein für alle Bevölkerungsgruppen leicht verständliches, den Gehalt von Zucker, Fett, Salz und Energie klar kennzeichnedes Ampelsystem
DANK ist ein Zusammenschluss 20 medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Verbände und Forschungseinrichtungen, der sich für nachhaltige und bundesweite Primärprävention in Deutschland einsetzt.

www.dank-allianz.de

bk - Redaktion gv-praxis


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