Neues Tierschutzlabel soll Transparenz schaffen

Ab sofort können Verbraucher, Großküchen und Gastronomie Fleischprodukte mit dem neuen Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes kaufen. Das blaue Label „Für mehr Tierschutz“ kennzeichnet Fleisch und in einem zweiten Schritt auch Wurst, bei deren Erzeugung besonders hohe Tierschutzstandards eingehalten werden. Es soll beim Einkauf für mehr Transparenz und Wahlfreiheit sorgen.


Zunächst gibt es das zweistufige Label für Erzeugnisse von Schwein und Huhn. Der Deutsche Tierschutzbund beabsichtigt, die Kriterien auf alle Tierarten der Landwirtschaft auszudehnen, das Label soll letztendlich die gesamte Produktionskette umfassen. Schließlich steigt das Bewusstsein der deutschen Verbraucher für Tierschutz. Immer mehr Kunden sind laut Umfragen bereit, beim Einkauf von Lebensmitteln für besonders hohe Produktionsstandards mehr Geld auszugeben.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Verbraucher dies bei einer transparenten Kennzeichnung dann auch in die Tat umsetzen“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Labels gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, in Berlin. Die Kennzeichnung garantiere verlässliche Kriterien.

Dass Tierschutz für deutsche Verbraucher ein wichtiges Kriterium ist, zeigt eine aktuelle Infratest-Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums: 89 Prozent der Deutschen geben an, ihnen sei „sehr wichtig“ oder „wichtig“, dass Lebensmittel aus besonders tiergerechter Haltung stammen. Nur elf Prozent sagen, dies sei „weniger oder gar nicht wichtig“. Ministerin Aigner bedauert, dass es in Brüssel bisher nicht gelungen sei, europaweit eine verlässliche Tierschutzkennzeichnung auf den Weg zu bringen. „Am Ziel eines EU-weit gültigen Siegels halten wir fest", betonte Aigner.

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit langem für eine artgerechte Tierhaltung ein und hat im Verbund mit weiteren Partnern, darunter die VION Food Group und das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI), die Initiative zur Einführung eines entsprechenden Tierschutzlabels initiiert.

Das Bundesverbraucherministerium hat die Entwicklung des neuen freiwilligen Tierschutzlabels im Rahmen eines Forschungsprojektes, an dem Vertreter der Fleischwirtschaft, der Universität Göttingen und der Landwirtschaft beteiligt sind, mit einer Summe von über einer Million Euro gefördert. Zu diesem Verbundprojekt gehört auch die Etablierung eines Zertifizierungs- und Kontrollsystems sowie eine begleitende Marktforschung.

http://www.tierschutzlabel.info/
www.bmelv.de/tierschutz

 

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