Nordsee - Börsengang auf Eis gelegt

Das Unternehmen hat Pech. Ausgerechnet in der geplanten Börsengang-Woche Ende Juni gestaltet sich der Kapitalmarkt extrem schwierig. Da bringen auch 2 Tage Aufschub nichts, und so hat die Nordsee AG, Bremerhaven, zusammen mit dem von UBS Warburg geführten Bankenkonsortium und den von Apax Partners beratenen Fonds gestern beschlossen, den großen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchzuführen. Der aktuell miserable Markt für Neuemissionen hätte keine erfolgreiche Platzierung der Aktie zugelassen. Die IPO-Absage der Degussa-Tochter Zentaris und die Senkung der Preisspanne beim Börsenneuling Essanelle unterstreichen den Beschluss. "Für die Nordsee sind genügend Kaufwünsche - insbesondere von qualitativ hochwertigen institutionellen Investoren - in der Zeichnungsfrist eingegangen. Doch der Gang an die Börse ist für das Unternehmen nur dann sinnvoll, wenn auch nach dem IPO eine gute Kursentwicklung gewährleistet ist", so das Management. Weiter heißt es: "Die Verschiebung des IPO auf unbestimmte Zeit verändert weder die strategischen Wachstumsziele im Inland noch die Auslandsexpansion, noch wird dadurch die operative Umsetzung beeinflusst." Aber natürlich ist es ein schwerer Schlag für die Company und die Kapitalinhaber. Nicht zuletzt hat die Vorbereitung des Börsengangs 8 Mio. DM gekostet.Seit der fremdfinanzierten Unternehmensübernahme (LBO) durch Apax 1997 wurde dieses Ziel angestrebt. Kleine Teile der Erlöse sollten der Company direkt zufließen und zum Ausbau des Netzes investiert werden. Dies hätte ermöglicht, die bisher allein aus dem starken Cash flow finanzierte Expansion noch aggressiver voranzutreiben. Hauptsächlich wollte man Gesellschafter- und Verkäuferkredite zurückführen, um die Kapitalstruktur (Überschuldung durch leverage buy out) zu verbessern.



stats