Oktoberfest

Obergrenze für Bierpreis rückt näher

Eine Bierpreis-Bremse auf dem Münchener Oktoberfest wird wahrscheinlicher. Das bayerische Landeskartellamt will zumindest nicht dagegen vorgehen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ).

Die Kontrolle der geplanten Obergrenze, die von 2017 bis 2019 gültig sein soll, werde jedoch an eine Auflage geknüpft, heißt es. Die SZ zitiert einen Sprecher des Landeskartellamts: „Wenn jährlich auf der Basis der Kalkulationsgrundlage der Wirte geprüft wird, ob die Höchstpreisgrenze angemessen ist, werden die Kollegen nicht einschreiten.“

Josef Schmid (CSU), zweiter Bürgermeister der Stadt München und Wiesn-Chef, fühlte sich bestätigt. In seiner Funktion als Wirtschaftsreferent hatte er eine Neuorganisation der Finanzen des berühmten Volksfestes präsentiert. Statt Standgebühren soll es künftig eine Umsatzpacht in Höhe von 5 % geben. Damit will Schmid 5 Mio. € Mehreinnahmen erzielen, die wiederum für die Sicherheit auf der Wiesn ausgegeben werden sollen.

Die Wirte will Schmid daran hindern, zusätzliche Kosten für Security-Dienstleistung usw. an die Besucher weiterzugeben, indem er eine Obergrenze pro Maß Bier fordert.

In den kommenden drei Jahren soll demnach der Preis die Schwelle von 10,70 € pro Maß nicht überschreiten. Dies ist der höchste Betrag, der 2016 auf dem Oktoberfest aufgerufen wurde.

Die Bierpreis-Bremse könnte laut SZ nun nur noch die SPD-Fraktion verhindern, wenn sie im Stadtrat nicht zustimmt. Ein Gericht könnte das Vorhaben ebenfalls stoppen, doch dafür bräuchte es einen Kläger.

Nicht begeistert zeigt sich der Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer. Er plädiert auf das Vorhandensein einer freien Marktwirtschaft, in der es eigentlich kein Preisdiktat gebe. Die Wirte haben schließlich in den vergangenen Jahren die höheren Kosten für aufgestellte Poller freiwillig mitgetragen. Es sei nicht die Schuld der Wirte, dass die Stadt so teure Zwei-Jahres-Verträge mit Sicherheitsdiensten abgeschlossen hätte.

Spätestens am 9. Mai soll es in puncto Obergrenze ein Ergebnis geben.

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