Biermischgetränke 2015

Ohne WM und ohne Sommer fehlen die Wachstumsimpulse

In den ersten acht Monaten des aktuellen Jahres verzeichneten die Biermischgetränke ein deutliches Minus von -6% im Außer-Haus-Markt. Hauptverantwortlich für die negative Entwicklung bei den Bier-Mixes sind die jüngeren Zielgruppen der 16- bis 29-Jährigen. Gerade diese Gruppe ist insgesamt in der Gastronomie für ein deutliches Minus verantwortlich. Bei tieferer Analyse dieser Zielgruppe fällt auf, dass gerade hier die Weggehfrequenz seit Jahren deutlich sinkt und dass sich das Konsumverhalten im Außer-Haus-Markt bei den Konsumzeiten deutlich verschiebt.
So beobachten wir eine Verschiebung des Getränkekonsums von den späten Abendstunden in den früheren Abend, den Nachmittag und auch den Vormittag. Darunter leidet v.a. die Nachtgastronomie wie die Discotheken und Bars. Gerade diese Kanäle sind aber auch für den Umsatz der Biermischgetränke in der Gastronomie sehr bedeutend. Somit schlägt dieser Trend auch sehr negativ auf die Biermischgetränke zurück.

Neben diesem negativen Trend spielt aber auch der schlechte bzw. sehr verregnete Sommer eine entscheidende Rolle in der Bilanz für die ersten acht Monate. Mit einem deutlichen Minus für Biermisch in den Hauptmonate Juni und Juli konnte auch der August den Sommer nicht mehr retten. Ein weiterer negativer Effekt ging von der fehlenden WM aus. So belief sich allein das Minus in dem WM-Zeitraum auf -10 %.

Weiterhin ist jedoch ebenso ein grundsätzliches Problem der Gattung im Außer-Haus-Markt anzumerken. So gewinnen – ähnlich wie im Haushaltkonsum – die klassischen Radler, während die restlichen Biermischsorten verlieren. Hier sollten die Gastronomen reagieren und dem klassischen Radler wieder mehr Bedeutung beimessen. Gerade auch die neuen alkoholfreien Radler sind für viele Verbraucher eine echte Alternative für Wasser sowie für Schorle und Co.

Ein wichtiger Hinweis noch zum Schluss: Um dem Trend Rechnung zu tragen und dem Verbraucher die alkoholfreien Radler als Alternative zu einem sonstigen alkoholfreien Getränk schmackhaft zu machen, sollten diese auch in der Getränkekarte zusätzlich bei den alkoholfreien Produkten angeboten werden. Meist werden die alkoholfreien Radler beim Bier platziert.

Autor: Horst Zocher
Die Datenbasis ist das Online-Consumerpanel „GfK TrinkTrends“ der GfK Panel Services in Nürnberg.
Quelle:
Basis: 30,7 Mio. Privatpersonen in der Altersklasse 16-49 Jahre; Außer-Haus-Konsum Getränke im Bereich Gastronomie und On-the-go (ohne Arbeitsplatz, Kantine, Schule).

Horst.Zocher@gfk.com

www.gfkps.com




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