Saliba

Orientalische Imbisskette als Integrationsprojekt

'Salibaba – Dein Wunsch geht in die Füllung' lauten Name und augenzwinkender Untertitel von Hamburgs erster Pitaria, die Ende 2016 am Eppendorfer Weg eröffnete. Das zwölf Plätze zählende Imbisslokal ist der Pilot einer geplanten Imbisskette von Hamburgs beliebtestem Orient-Gastronomen Elias Hanna Saliba (Saliba Alsterarkaden). Der gebürtige Syrer will damit junge Landsleute, die aus dem Krisenland geflüchtet sind, bei ihrer Integration in Deutschland unterstützen.
„Ich möchte den Jungs einen Arbeitsplatz anbieten, ihnen Halt geben, um sie auf einen guten Weg zu bringen“, beschreibt der sympathische Gastronomieunternehmer seine Zielsetzung hinter dem Projekt, das ob seines Vorbildcharakters viel positives Feedback ernten kann - die 'Süddeutsche Zeitung' war ebenso bereits vor Ort wie verschiedene Teams vom NDR. Aber auch die Hamburger Kundschaft zeigt sich begeistert, sowohl über den sozialpolitisch sinnvollen Ansatz als auch über die gastronomische Leistung des jungen Teams. „Zum Reinsetzen lecker“, „eine Bereicherung für die Nachbarschaft“ - so und ähnlich loben Fans auf der Facebook-Seite.

Sechs Monate lang wurden die drei jungen Syrer im Stammbetrieb Saliba Alsterarkaden geschult, einer von ihnen, der besonders engagierte Betriebswirt Feras Mekhail (33), zur Führungskraft ausgebildet. Die beiden anderen sind zwischen 18 und 20 Jahre und damit bewusst in dem Alter, in dem sie offen sind für Lernerfahrungen. Schließlich müssen sich Flüchtlinge eine Menge aneignen, wollen sie nachhaltig bei uns Fuß fassen: die deutsche Sprache, kulturtypische Gepflogenheiten, Umgang mit Behörden ... Im Salibaba passiert das quasi en passant dank des täglichen Kundenkontakts.

Gleichzeitig können sich die jungen Syrer beruflich qualifizieren mit der vertrauten Esskultur ihrer Heimat als Basis. Ja sogar der Schritt in die unternehmerische Selbständigkeit ist angedacht: Nach einer Anlaufphase von sechs Monaten, in denen Saliba für die Investition gerade steht, soll Mekhail als Pächter den Betrieb übernehmen.

Kulinarisch liegt der Fokus der schmalen Karte auf verschiedenen Varianten von Mazza (vegetarische Vorspeisen) und Pita (gefüllte Teigtaschen). Dazu gibt es zwei Mittagsgerichte. Alles wird auch to-go verkauft, allerdings müssen die Kunden dafür bewusst ihr eigenes Geschirr mitbringen: „Eine Botschaft, dass wir umweltfreundlich sein und vor allem unsere Nachbarn bedienen wollen!“ Geöffnet ist montags bis samstags von 11 bis 20.30 Uhr; nur sonntags wird erst ab 14 Uhr aufgemacht.

Besonders schön: eine fast märchenhaft anmutende Wandmalerei mit dem Titel 'Salam' (Frieden), gezeichnet von dem syrischen Künstler Boutros al Maari. Dieses Motiv – der Engel von Damaskus - ziert auch kleine Grußkarten, auf denen Gäste ihre persönlichen Wünsche für Syrien hinterlassen können. Sind genug zusammen gekommen, sollen die Kärtchen an Bändern über der Theke aufgehängt werden – ausdruckstarkes Symbol für die Hoffnung auf ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen.

Weitere Standorte in Einkaufsstraßen mit kulturell aufgeschlossenem Publikum sind bereits geplant. Die nächsten Nachwuchskräfte durchlaufen das Schulungsprogramm, allerdings fehlt laut Saliba noch ein geeigneter Kandidat für die Chef-Position. Die Suche nach einem geeigneten Standort übernimmt der 65jährige persönlich: „Wichtig ist vor allem eine gute, funktionierende Nachbarschaft.“

www.salibaba.de






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