Flüchtlinge

Perspektive in Kantinen und Facility-Management

Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main haben gemeinsam mit der Stadt Frankfurt, der Arbeitsagentur und der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e.V. ein Programm zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung entwickelt. Mit dabei ist die Wisag Facility Service Holding und die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH mit Angeboten in den Bereichen Sicherheit und Service sowie Küche.

Ein erster Ausbildungsvertrag wurde mit dem 21-jährigen Maga Traore aus der Elfenbeinküste abgeschlossen. Er beginnt im kommenden Herbst eine Lehre bei Wisag im Bereich Schutz und Sicherheit. Mittelfristig wolle man junge Flüchtlinge auch zu Köchen ausbilden, sagt Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Rande einer Presseveranstaltung der IHK Frankfurt.

Einblick in die Kantinenküche der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

Optimistisch ist auch Stefan Sänger, Personalchef der FES. Im Eigenregiebetrieb der insgesamt sieben Kantinen erhielten junge Asylbewerber einen Eindruck von der Arbeit in einer Großküche. Die Rückmeldungen von dort waren laut Sänger „sehr, sehr positiv“. Er geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mindestens ein Kandidat als Koch-Praktikant bzw. -Azubi in der FES-Küche starten kann.

An der Gemeinschaftsinitiative „Berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt-Rhein-Main (BIFF) sind außer Wisag und der FES weitere Frankfurter Unternehmen beteiligt, wie zum Beispiel Dachser, Fraport, Fresenius und Minova. Im März und April haben insgesamt 150 jungen Menschen an Betriebsbesuchen, Berufe-Camps und Schnuppertagen der Frankfurter Unternehmen teilgenommen. Sie erhielten Einblick in die Vielfalt der Berufswelt und konnten an praktischen Aufgaben ihre Fertigkeiten und ihre Motivation zeigen.

Für 80 der ersten 150 Teilnehmern beginnt die zweite Praktika-Phase

Nach dieser ersten Orientierung für den weiteren beruflichen Weg setzen 80 Teilnehmer das Auswahlverfahren bei der Arbeitsagentur und ihr Bewerbungsverfahren bei den beteiligten Unternehmen fort. Weitere 50 Teilnehmer erhalten vertiefenden Deutschunterricht bzw. Maßnahmen zur Berufsorientierung durch die Arbeitsagentur.

Die beteiligten Unternehmen bereiten sich nun auf die zweite Phase der betrieblichen Praktika vor. Ziel ist es, möglichst viele der ausgewählten 80 Teilnehmer in ein Praktikum zur Einstiegsqualifizierung, direkt in eine Berufsausbildung oder auf einen Arbeitsplatz zu vermitteln.

Unternehmen sehen Chance für den Fachkräftebedarf in der Region

Die Initiatoren sind überzeugt, dass gesellschaftliche Teilhabe und Integration vor allem mit einer existenzsichernden Beschäftigung zu erreichen sind. Die Unternehmen sehen in der Zuwanderung von Flüchtlingen auch eine Chance für den Fachkräftebedarf der Region. Das Programm hebe sich von anderen Projekten für Flüchtlinge ab, da es von den Unternehmen selbst konzipiert und finanziert wird. Zudem finde die Berufsorientierung in den Unternehmen selbst und unter Beteiligung der eigenen Mitarbeiter statt.

Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, soll das Programm mehrere Jahre laufen. Es richtet sich an junge Zuwanderer ab 16 Jahren mit Bleibeperspektive in Frankfurt Rhein-Main und mindestens einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung.

www.frankfurt-main.ihk.de


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