GfK

Prognostiziert 1,5 % Plus bei Privatkonsum

Die Konsumfreude wächst weiter: Um 1,5 % dürften 2015 gemäß GfK-Prognose die Ausgaben der Privathaushalte in Deutschland steigen - preisbereinigt. „In Deutschland wird der private Konsum damit genauso stark wachsen wie das Bruttoinlandsprodukt“, so das Nürnberger Marktforschungsunternehmen. Am meisten profitieren würden davon wie schon im vergangenen Jahr Wohnungsmarkt und Touristikbranche, aber auch Restaurants. Auch Renovierungen liegen im Ausgabentrend.

Das vom Forschungsunternehmen GfK für Januar erhobene Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. "Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Und der Trend geht weiter: Für Februar 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 9,3 Punkte, das ist der höchste Wert seit November 2001. Damals stand das Konsumklima bei 9,6 Punkten. Die Anschaffungsneigung verzeichnete im Januar mit 57,4 Zählern ein Acht-Jahres-Hoch.

Befeuert durch einen stabilen Arbeitsmarkt, eine niedrige Inflation und kaum noch existierende Zinsen geben die deutschen Verbraucher ihr Geld im großen Stil aus - die Sparneigung liegt derweil auf einem historischen Tiefststand.

GfK-Experte Rolf Bürkl bewertete die Ausgabenlust der Deutschen durchaus auch kritisch. „Das unzureichende Sparen in der Gegenwart - insbesondere für die Altersvorsorge - nimmt der Volkswirtschaft die Konsummöglichkeiten der Zukunft“, sagte er. Bürkl warnte: "Ich sehe das als sehr großes Risiko auch im Blick auf Altersarmut."

Für die gesamte Europäische Union rechnen die Konsumforscher mit einem preisbereinigten Anstieg des privaten Verbrauchs um 1,0 bis 1,5 %. „Wir gehen davon aus, dass der private Konsum in Deutschland und in Europa insgesamt eine deutliche Stütze der Konjunktur sein wird“, so GfK-Chef Matthias Hartmann am gestrigen Mittwoch. Die wirtschaftlichen Bedingungen in der EU hätten sich deutlich verbessert. Allerdings: "Bis der private Konsum in ganz Europa das Wirtschaftswachstum nachhaltig ankurbeln kann, wird es noch einige Zeit brauchen." Immerhin stieg der Konsumklimaindex für sämtliche EU-Staaten im Verlauf des vierten Quartals 2014 wieder leicht um 1,3 Punkte auf 5,5 Zähler.

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