Razzia gegen Küchenkartell - Polizei nimmt sieben Chefs von Ingenieurbüros fest

Bei einer bundesweiten Razzia gegen Mitglieder des Münchner "Großküchenkartells" sind nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft München vom Montag 14 Ingenieurbüros durchsucht und sieben Chefs festgenommen worden. Letztere stehen im Verdacht, bei der Beteiligung an der Vergabe von Aufträgen für Großprojekte an Küchenanbieter gegen Schmiergeld Unternehmen begünstigt und damit die öffentliche Hand um Beträge in Höhe von mehreren Millionen Euro geschädigt zu haben. Eine Spezialabteilung der Münchner Staatsanwaltschaft untersucht seit zwölf Jahren Preisabsprachen von Firmen. Dutzende Beteiligte sind seither zu Freiheitsstrafen von bis zu knapp neun Jahren verurteilt worden. Im Zuge der Ermittlungen gegen Kartelle unter anderem im Bereich Klärwerk, Kanalbau, Straßenbau und Flughafen sind die Fahnder auf das Küchenkartell gestoßen. An dessen Manipulationen waren auch Ingenieurbüros beteiligt, die in die Vergabe der Aufträge eingeschaltet wurden. Gegen sie hat sich die bundesweite Aktion der Staatsanwaltschaft gerichtet. Dabei wurden die Unterlagen der mutmaßlich an der Korruption beteiligten Firmen sicher gestellt. Gegen fünf Verdächtige erging Haftbefehl. Ein Sechster ist krankheitshalber nicht haftfähig, ein weiterer Beschuldigter entging der Untersuchungshaft durch seine "Kooperation mit den Ermittlungsbehörden"; er hat in seinem Geständnis Mittäter genannt. Bereits im März gab die Münchner Staatsanwaltschaft bekannt, dass bundesweit bei 140 Projekten überhöhte Preise für Einrichtungen von Großküchen verlangt worden seien. Durch die illegalen Absprachen, damals in 61 Fällen, seien vor allem Firmen und Hotels geschädigt worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sind die jetzigen Ermittlungen eine Folge der damaligen. Diesmal geht es um bundesweit zehn Projekte. Quelle: Süddeutsche Zeitung



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