Kolumne

Retargeting über Facebook und Instagram

Jeder, der im Internet unterwegs ist, kennt es mittlerweile: Wer bestimmte Produkte beiAmazon oder anderen Onlineshops ansieht, bekommt diese später häufig in digitalen Anzeigen präsentiert. Dieses ’Retargeting‘ dient dazu, den interessierten Konsumenten gezielt anzusprechen, bis er im Idealfall eine Kaufentscheidung trifft.

Diese maßgeschneiderte Werbung ist nicht nur großen Konzernen vorbehalten, sondern auch für Gastronomen eine hoch effiziente Möglichkeit, potenzielle Gäste immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Denn natürlich ist, wer schon mal auf der Website eines Konzepts vorbeigeschaut hat, auch ein potenzieller Gast, der vielleicht nur noch den letzten Anstoß zu einem Besuch im realen Restaurant braucht.

Dieses Retargeting ist mittlerweile schnell umsetzbar, kostengünstig und läuft nach der Einrichtung komplett automatisiert ab. Kernstück ist der sogenannte ’Facebook Pixel‘, der auf der eigenen Website unsichtbar im Quellcode integriert wird. Einmal platziert, misst er die Weiterbewegung bzw. das Verhalten der Webseiten-Nutzer auch über Facebooks eigene Seiten hinaus. Dabei kann genau definiert werden, was der Pixel messen soll, beispielsweise Einkäufe, Buchungen oder Reservierungen.

In der Praxis kann ein solcher Pixel ohne großen Aufwand vom Webseitenadministrator eingepflegt werden. Facebook bietet eine vollautomatische Variante, in der die Besucher der Website eine vordefinierte Anzeige direkt im Facebook- oder Instagram-Newsfeed angezeigt bekommen.

Anders als bei den meisten Retargeting-Maßnahmen hat der zielgruppengerechte Zuschnitt der Werbung auf Facebook den entscheidenden Vorteil, dass er geräteübergreifend funktioniert. So können beispielsweise alle Nutzer, die zuvor über ihren PC auf die Seite zugegriffen haben, anschließend auch über ihr Handy mit Anzeigen angesprochen werden.

In der Praxis kann das so aussehen: Eine Kundin gelangt über die Facebook-Seite auf eine Unterseite Ihrer Website zur Reservierung. Allerdings schließt sie jedoch keine Reservierung ab, sondern verlässt die Homepage wieder. Wenn sie das nächste Mal ihre Facebook-App öffnet, sieht sie in ihrem Feed beispielsweise Werbung für ein Sonderangebot in Ihrem Restaurant mit dem Hinweis, dass nur noch wenige Plätze verfügbar sind und sie sich beeilen müsse.

Mit dieser Mechanik lassen sich unzählige Ziele, wie die Bekanntmachung von Mittags- oder Wochenkarten, Veranstaltungen sowie Markenbildung, erreichen. Je individueller die Bedürfnisse der potenziellen Gäste angesprochen werden, desto besser die Ergebnisse. Datenschutzrechtlich ist der Facebook Pixel zwar immer wieder in der Diskussion. Wenn die rechtlichen Grundlagen und Hinweise eingehalten werden, ist das Retargeting aber nach derzeitigem Stand ohne Bedenken umsetzbar.

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