Rewe bringt Gastro-Konzept an den Start

Nach ersten gastronomischen Exkursen mit den Formaten Rewe to go und Temma wagt sich Deutschlands zweitgrößter Retailer Rewe jetzt an ein systemgastronomisches Konzept. Unter dem Namen ‚Made by Rewe‘ soll die neue Gastro-Marke im Juni in Köln den Betrieb aufnehmen. Als Entwickler ist Vapiano-Erfinder Mark Korzilius an Bord.

„Ein Schaufenster für die Marke Rewe soll das neue Format werden – ein Crossover-Projekt zweier Branchen, die sich den gleichen Rohstoffen widmen – Lebensmittel“, erklärt Konzepter Mark Korzilius. Die Kategorie: Fresh Casual. Das Sortiment: von mitnahmetauglichen Produkten aus der Kühltheke bis zu warmen Gerichten zum Vor-Ort-Verzehr. „Das Konzept basiert im Grunde auf zwei Säulen, der SB-Kühltheke und einem Quickservice-Konzept mit Counter-Service“, erklärt Korzilius, der gemeinsam mit Christiane Speck, Leiterin der Rewe-Abteilung Strategie/Projekte, die Geschäftsführung der neuen Gastro-Sparte übernommen hat. 

Im Take-away-Bereich will man Sandwiches, Wraps und Salate verkaufen. Der Fokus des Vor-Ort-Verzehrs liegt mit Pizza und Pasta auf der italienischen Küche. „Aber auch indische Gerichte und Suppen wird es geben“, kündigt Korzilius an. Für alle Produkte gelte das oberste Gebot: Made today, gone today. „Nichts wird über Nacht im Kühlschrank gelagert und am nächsten Tag verkauft.“ Frühstücks- und ein ganztagestaugliche Snackangebot runden das Portfolio ab. Das Kaffeemodul wurde gemeinsam mit der Marke Nespresso entwickelt.

Wie der jeweilige Rewe-Markt, an den die Einheit angeschlossen ist, wird auch die Gastronomie bereits früh am Morgen eröffnen und mit den Schließzeiten (22 oder 24 Uhr) ebenfalls den Betrieb beenden. Darüber hinaus wird die Gastro-Unit ‚Made by Rewe‘ auch sonntags geöffnet sein.

Der Pilotbetrieb mit Starttermin im Juni befindet sich im Kölner Büro-, Gewerbe- und Hotelviertel Waidmarkt. Angeschlossen ist der erste ‚Made by Rewe‘ an einen im März neu eröffneten Rewe-Markt mit 1.100 qm Fläche. Die gastronomische Einheit bezieht eine Fläche von 220 qm mit etwa 50 Innen- und weiteren 50 Außenplätzen. Innerhalb des Rewe-Markts agiert die gastronomische Einheit analog einer Shop-in-Shop-Lösung weitgehend unabhängig. Mit eigenem Kassensystem, eigener Logistik und separater Betreibergesellschaft. Geführt wird die neue Marke von der eigens zu diesem Zweck gegründeten Smart People GmbH, einem 50:50 Joint Venture zwischen Rewe und Korzilius (sowie einem Partner).

Der Zielumsatz pro Jahr und Einheit soll bei 1 Mio. € liegen. „Der erste Betrieb ist etwas größer als der geplante Standard von 130-150 qm“, erklärt Korzilius. Die Investitionskosten schätzt er auf 2.500 € per qm. „Die Infrastruktur ist ja bereits gegeben. Insofern ist bei Erfolg des Konzepts auch ein schneller Rollout der Marke möglich.“ Eile sei aber keinesfalls geboten, langsam und nachhaltig wolle man das Konzept zum Erfolg führen.   

Im Zusammenspiel aus Einzelhandel und Gastronomie hoffen die Macher auf eine Win-Win-Situation. ‚Made by Rewe‘ soll die Attraktivität des Marktes stärken und als Akquiseinstrument im Wettbewerb um Kunden fungieren. Gleichzeitig könne die Gastronomie von den hohen Frequenzen des Retailmarkts profitieren, so die Erwartung.

Mit dem neuen Vorstoß positioniert sich Rewe als Trendsetter und Vorreiter im deutschen LEH. In jüngster Vergangenheit wurden bereits das Bio-Format Temma (2x Köln, 1 x Düsseldorf) und das Convience-Format Rewe to go (2 x Köln, 1 x Düsseldorf, 1 x Dortmund) an den Start gebracht. Integriert in die Temma-Märkte ist ein Café und Deli. Rewe to go ist mit einem großen Take-away-Angebot und Expresskassen  auf die Bedürfnisse eiliger Kunden zugeschnitten.

Made by Rewe darf man gut und gerne in einem größeren Kontext sehen. Sowohl in USA als auch in UK entstehen aktuell viel beachtete Konzepte an der Nahtstelle von Einzelhandel zu Gastronomie, beispielsweise will Tesco sich an dieser Stelle ganz offensiv vorwärtsbewegen. Im Falle von Rewe dürfte das Nachbarland Frankreich – die Heimat von Rewe-Konzernchef Alain Caparros und Retail-Vorstand Lionel Souque – auch Inspirationsgeber gewesen sein.

www.rewe.de
www.temma.de
www.waidmarkt.de
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