Ökotest

Schlechte Noten für Grillwürste aus dem Supermarkt

Das hat die Online-Nachrichtenwelt heute bewegt: Die Zeitschrift Ökotest hat 20 abgepackte gebrühte Grillwürste aus Schweinefleisch einem Test unterzogen, nachzulesen in einem ausführlichen Bericht in der aktuellen Ausgabe. Sie stammten aus Supermärkten, Discountern und Bioläden. Vernichtend das Urteil: Siebenmal ungenügend, viermal mangelhaft, viermal ausreichend. Nur vier Produkte erhielten die Gesamtbewertung gut.

Keine gute Botschaft zur Grillsaison: Das beliebte Würstchen vom Grill steht unter Verdacht, allerhand Schädliches zu enthalten – gerade jetzt im Zeichen der EM und des Sommer-Auftakts eine Hiobsbotschaft für die betroffenen Hersteller und Händler.

Dabei muss man wissen: Unter den zugrunde gelegten Kriterien der Tester rangierten neben Inhaltsstoffen auch die Art der Tierhaltung und die Transparenz des Unternehmens hoch. Keine Rolle spielte der Geschmack.

Bewertungsrelevant waren folglich insbesondere die bemängelte Massenproduktion der Tiere und die fehlende Rückverfolgbarkeit der Produkte. Doch auch laut Ökotest unnötige Phosphatzusätze und teils sehr stark erhöhte Mineralöl- sowie Antibiotika-Rückstände ließen etliche Erzeugnisse aus konventioneller Produktion durchfallen.

Mit Gut bestanden haben den Test lediglich vier Produkte aus biologischer Herstellung (Alnatura-Bratwürstchen, Basic-Rostbratwürstchen Bioland, Königshofer Original Nürnberger Bio-Rostbratwurst/Denree und Packlhof Rostbratwürstl Bioland/Packlhof). Hier wurden in Sachen Inhaltsstoffe, Tierhaltung und Transparenz vorwiegend gute Noten vergeben.

Kein Ruhmesblatt verdienten sich unter anderem Penny (Penny Rostbratwurst), Rewe (Ja! Delikatess Rostbratwurst) und Lidl (Grillmeister Rostbratwurst). Wegen ungewöhnlich hoher Antibiotika- und Mineralöl-Rückstände stellten die Tester insbesondere die Eberswalder Rostbratwurst an den Pranger.

Generell birgt das Thema Mineralöl-Rückstände in Lebensmitteln einige Brisanz. Die Stimmen mehren sich, die auf deren gesundheitsschädliches Potenzial hinweisen, das offenbar vornehmlich durch Einträge von Verpackungen ausgeht. Bedenklich ist hier vor allem die Verwendung von Altpapier, aber auch mineralölhaltige Druckfarben bergen Gefahrenpotenzial.

Wie sehr die Testergebnisse von Ökotest die Verbraucher wirklich beeindrucken, steht dahin. Doch es mag durchaus sein, dass auch Gastronomen sich demnächst auf kritische Nachfragen nach Herkunft und Unbedenklichkeit ihrer Grillwürstchen einstellen müssen.

Der ausführliche Testbericht (ohne die Testergebnisse/Bewertungen im einzelnen - kostenpflichtig!) ist auf der Website von Ökotest nachzulesen.

www.oekotest.de


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