Schüler stürmen städtische Kantine und gehen in der Betriebskantine essen

Dass es in deutschen Schulen noch ein erhebliches Verbesserungspotenzial in der Mittagsverpflegung gibt zeigen zwei Beispiele aus Nordrhein Westfalen. In Dortmund stürmen hungrige Schüler die städtische Kantine und im nördlichen Sauerland besuchen sie ganz offiziell eine benachbarte Betriebskantine.
"Ohne Essen kannste Bildung vergessen" stand auf den Transparenten, mit denen in der vergangenen Woche laut Online-Nachrichtendienst www.derwesten.de in Dortmund mehrere hundert Schüler die Stadtkantine an der Kuhstraße besetzt hatten. Verständnisvoll reagierte Schulderzenentin Waltraud Bonekamp. Aber es fehle der Kommune an Geld. In den Grundschulen habe man bereits bei 91 Schulen ein flächendeckendes Angebot geschaffen. Nun stehe man vor der großen Aufgabe, drei Gymnasien und eine Realschule mit neuen Räumen für den bereits laufenden Ganztagsunterricht auszustatten.

Immerhin wurde Anfang Oktober nach einjähriger Bauphase die neue Mensa des Mallinckrodt-Gymnasiums eingeweiht. In dem eingeschossigen Bau mit rund 180 Sitzplätzen kann nun ein Großteil der Schüler ein Mittagessen einnehmen.

Im nördlichen Sauerland hat man für die Mädchen und Jungen der Oesetalschule eine ungewöhnliche Lösung für die Mittagspause gefunden. Begleitet von einem Mitglied des Betreuungsteams gehen sie von Montag bis Donnerstag nach der 6. Schulstunde in die Betriebskantine des benachbarten Unternehmens Keuco essen. Die Mitarbeiter des Sanitätsherstellers "sind ganz begeistert von diesem einzigartigen Projekt", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Engelbert Himrich: "Die jungen Schüerinnen und Schüler zeigen ein vorbildliches Benehmen und großen Appetit."

Für die Kinder gibt es einen separaten Speiseplan. Aus zwei Gerichten können sie sich gemeinsam mit ihren Eltern ihren persönlichen Speiseplan wochenweise zusammenstellen. Nachtisch und Mineralwasser gibt es generell. Dazu können sich die Kinder am Salatbuffet bedienen - zur Ergänzung des EU-Schulobstprogramms, in das die Oesetalschule eingebunden ist. Eine Schüler-Mahlzeit kostet drei Euro. 



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