Berlin

Schulverpfleger erhalten schlechtes Zeugnis

Die Liste der Mängel ist lang. Kein Caterer sei bisher mangelfrei, urteilt Petra Hottenroth gegenüber der Berliner Zeitung. Sie leitet die neu eingerichtete Kontrollstelle Schulessen in Berlin. Seit Januar hat Hottenroth gemeinsam mit ihrem dreiköpfigen Team die Küchen von 162 Grundschulen sowie zwölf Zentralküchen in der Bundeshauptstadt unter die Lupe genommen.

Damit wurden rund die Hälfte aller Grundschulmensen inspiziert - und zwar grundsätzlich unangemeldet. Ein Hauptkritikpunkt sind die Standzeiten, die laut den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei maximal 180 Minuten liegen sollten. Einige Caterer hatten in Ausschreibungen sogar 120 Minuten versprochen, um damit Pluspunkte zu sammeln. In der Praxis sehe es jedoch anders aus, weiß Hottenroth.

Vegetarische Speisen oft zu fett

Ein schlechtes Zeugnis stellt die Chefkontrolleurin den Anbietern zudem bei den vegetarischen Speisen aus. Zu häufig kämen hier frittierte und panierte Convenience-Produkte zum Einsatz, die viel Fett, aber wenig hochwertiges Eiweiß enthielten wie beispielsweise fertige Gemüsepattys.

Zu wenig Rohkost

Gleichzeitig wandern zu geringe Mengen an Obst und Rohkost auf die Teller und der Salat werde oft viel zu warm serviert, teilweise mit einer Temperatur von bis zu 20 Grad, erläutert Hottenroth gegenüber der Berliner Zeitung. Indes hofft Rolf Hoppe, Sprecher des Berliner Cateringverbandes, dass mit den Kontrollen die schwarzen Schafe am Markt entlarvt werden.

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