Schulverpflegung fängt beim Frühstück an

Ein regelmäßiges Frühstück sorgt für aufgeweckte Kinder. Dieser Zusammen-hang wurde eindrucksvoll in einer Weiterbildungsveranstaltung der Kiks up Akademie in Bad Nauheim verdeutlicht.
Den wissenschaftlichen Beweis lieferte der Psychologe Dr. Siegfried Lehrl, Dozent an der Universität Erlangen-Nürnberg und Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining (GfG), indem er die Ergebnisse unter-schiedlicher Studien präsentierte, in denen die Auswirkung einer Morgenmahlzeit auf die geistige Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen untersucht wurden. "Ein Frühstück wirkt sich positiv auf die Aufmerksamkeit und das Kurzzeitgedächtnis aus" betonte Lehrl im Rahmen der eintägigen Fortbildung zum Thema "Die Pausenmahlzeit in der Schule - der vergessene Bestandteil der Schulverpflegung?!"

Mehr als 40 Interessierte waren aus dem gesamten Bundesgebiet zu der Veranstaltung unter der Leitung von Günter Wagner, Ernährungswissenschaftler am Institut für Sporternährung e.V. in der Sportklinik Bad Nauheim gekommen. Dabei waren sowohl Vertreter des Hessischen Kultusministeriums und des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als auch Lehrer, Elternbeiräte und Caterer. 

Über "Fallstricke in der Ernährungserziehung" referierte Dr. Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie in Göttingen. Er warnte etwa davor, "von oben herab" das Angebot an Schulmilch auf aromafreie Sorten zu beschränken, ohne die Zustimmung der Kinder eingeholt zu haben. Solche Top-Down-Ansätze führten nur dazu, dass sich die Kinder anderweidig mit weit ungesünderen Produkten eindeckten.

Prof. Günter Eissing von der TU Dortmund sieht in  der Einbindung der Eltern eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Pausenmahlzeiten in Kitas und Schulen wirkungsvoll umgesetzt werden können. Dazu empfiehlt er einen Leitfaden für Elternarbeit und Unterricht in der Grundschule, der unter seiner Leitung in Dortmund entwickelt wurde.

Im abschließenden Podiumsgespräch, an dem neben den Referenten auch die Elternvertreter Gabi Stephan von der Rüsselsheimer Imanuel-Kant-Schule und Claudette Walther vom Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Gymnasium teilnahmen, wurde lebhaft über die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach bedarfsorientierter Schulverpflegung und der Wirklichkeit in den Schulen diskutiert. Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin der Plattform Ernährung und Bewegung (pep) e.V. in Berlin stellte dazu die grundlegende Frage: "Wie viel ist uns die Schulverpflegung und damit das Ernährungsverhalten unserer Kinder wert?"

Kiks up ist ein bundesweit mehfach ausgezeichnetes Präventionsprojekt zum Themenbereich Sucht- und Gewaltprävention, Bewegungsförderung sowie Ernährungsbildung und Genusstraining in Schule und Kintertagesstätten. Die Kiks-up-Akademie wird sich dem Thema Schulverpflegung in weiteren Fortbildungen annehmen. Zielgruppe sind sowohl Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung als auch Experten verschiedener Fachrichtungen sowie Praktiker in Kita und Schule. Das Programm gibt es unter www.kiksup.de und www.kiksup-akademie.de.




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