Schwaben-Basics on Tour

Currywurst, Bulette und Fritten – das war lange Zeit das einzige Spielfeld der Imbisswägen. Der mobile Imbiss Erna & Co. macht in Schwaben vor, wie es anders geht – mit regionalen Leckereien von Maultaschen bis Spätzle.
Neben Maultaschen und Spätzle finden sich auf der Speisekarte von Erna & Co. auch Linsen und ‚Fleischküchle’. Das günstigste Mittagsgericht kostet 3,50 €, das teuerste 6 €. Mit fünf Gerichten im Programm tourt der Wagen im Großraum Stuttgart. In der Mittagszeit von 11 Uhr bis 14 Uhr fährt Erna & Co. jeden Tag einen anderen Standort an und versorgt Büroangestellte. Nach dem Prinzip der US-Food Trucks lässt sich die Erna-Tour auf der eigenen Webseite und bei facebook verfolgen und bestimmen – jedenfalls der Theorie nach. In der Praxis jedoch hat sich nach einigen Monaten bereits eine feste Tour mit den fünf besten Standorten fürs Mittagsgeschäft herauskristallisiert, die nun Woche für Woche angefahren werden.    

Am Tresen ihres Wagens stehen die beiden Gründer Florian Romer und Frédéric Bierbrauer selbst. Nur wenn einer der Beiden wegen Krankheit ausfällt oder Veranstaltungen zum Mittagsgeschäft hinzukommen, sind Aushilfen mit an Bord. Die Herstellung der Speisen hingegen überlassen die beiden diplomierten Betriebswirte den Spezialisten. Maultaschen und Co. werden von Lieferanten aus der Region zubereitet – nach Rezeptur der Auftraggeber. Im Wagen wird das Essen dann nur noch erwärmt und portioniert.

Seit fast einem Jahr sind Romer und Bierbrauer inzwischen mit ihren regionalen Spezialitäten unterwegs. Der Ursprung der Idee liegt allerdings weit vom schwäbischen Mutterland entfernt. In Toronto, Kanada, entdeckten die beiden Betriebswirte die zahlreichen Food Trucks, die dort sowohl von Bankern als auch von Studenten frequentiert werden. Mittlerweile hat das Konzept auch in Schwaben seine Anhänger gefunden. Der Start jedoch sei schwerer gewesen als gedacht, sagt Frédéric Bierbrauer. „Der Schwabe musste erst einmal lernen, dass es seine Nationalheiligtümer in sehr guter Qualität auch auf der Straße zu essen gibt.“ Heute liegt der Spitzenwert bei 140 Kunden in drei Stunden. Noch mehr wäre möglich, wenn zwei Standorte pro Tag angefahren würden. Doch mehr als ein Ziel pro Mittagspause können die Schwaben aus logistischen Gründen nicht stemmen. „Das Aufbauen dauert zu lange“, erklärt Bierbrauer. Der nächste Wagen soll daher auch ein Gesamtkonzept werden. Kürzere Aufbauzeiten, mehr Verkaufszeit.

Neben dem Mittagsgeschäft tragen auch Stadtfeste und Events zum Umsatz bei. „Um ehrlich zu sein, hatten wir Events nicht im Businessplan eingeplant und es läuft für uns überraschender Weise sehr gut“, berichtet Bierbrauer. Im Kalender stehen Stuttgarter Veranstaltungen wie Sommerfest, Henkersfest oder Heusteigviertelfest genauso wie Weihnachtsfeiern, Geburtstage und Konfirmationen. Die Mindestabnahme liegt bei 600 €, hinzu kommen Service und Anfahrtskosten. „Ab etwa 100 Essen lohnt es sich für den Kunden.“ Auf diese Zahl komme man ab ca. 60 Gästen, denn schließlich werde nicht nur einmal zugeschlagen.

Im nächsten Schritt steht für Erna & Co. die Expansion an. Die beiden Gründer wollen dafür künftig mit Franchisenehmern zusammenarbeiten. Sowohl das Wagen- wie auch ein bislang noch nicht realisiertes Storekonzept sollen über Franchising wachsen. Den Flagship-Store wollen die Bierbrauer und Romer selbst betreiben. In Stuttgart suchen sie bereits nach kleinen Flächen in 1A-Lage.

www.ernaundco.de
www.facebook.com/pages/ERNA-Co/197771203575664



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