Sodexo will Durchfallopfer mit Buchgutscheinen entschädigen

Der Brechdurchfall bei über 11.000 Kindern in fünf ostdeutschen Bundesländern ist endgültig aufgeklärt: Eine Charge Tiefkühlerdbeeren aus China wurde als Ursache für die bisher größte lebensmittelbedingte Epidemie in Deutschland identifiziert. Sodexo hat heute angekündigt, die betroffenen Kinder mit Gutscheinen zu entschädigen.
 
Die Gutscheine können beispielsweise für Lernmittel, Bücher und Nachhilfeangebote genutzt werden und sollen einen Wert von je 50 Euro haben, wie „Spiegel online“ berichtet. Das Cateringunternehmen in Rüsselsheim hat die Arbeit mit dem für die TK-Erdbeeren verantwortlichen Lieferanten ausgesetzt. Ein unabhängiger Gutachter soll den Anbieter prüfen. Erst danach wird entschieden, ob die Zusammenarbeit zukünftig fortgesetzt wird, teilt Sodexo mit. Das Unternehmen strebt zudem eine Nachbesprechung mit den Behörden an, um künftig eine noch bessere Kooperation zwischen Unternehmen, Zulieferern, den Gesundheitsbehörden und Kunden für eine bestmögliche Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
 
Derweil betrachtet das Robert-Koch-Institut den Ausbruch als beendet, sind doch seit dem letzten Wochenende keine neuen Erkrankungen mehr aufgetreten. Inzwischen wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt erstmals Noroviren in einer Probe der betroffenen Chargen Tiefkühlerdbeeren aus China nachgewiesen.

China zählt mittlerweile zu den wichtigsten Erdbeer-Lieferanten für den deutschen Markt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) meldet. Demnach rangiert die Volksrepublik in dieser Warengruppe gleich hinter Polen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das Statistische Bundesamt. Da die Preise für chinesische Erdbeeren deutlich günstiger seien als für Polnische, dürfte China bald an erster Stelle stehen. So ging die Einfuhr aus Polen im Jahr 2011 um mehr als 17 Prozent zurück, während die aus China um 34 Prozent nach oben kletterte. Ingesamt lieferten die Asiaten im vergangenen Jahr 31.200 Tonnen Tiefkühl-Erdbeeren im Wert von 33 Millionen Euro nach Deutschland, so die FAZ. Weltweit ist China der größte Erdbeerproduzent vor den USA und der Türkei.
 
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