Ausbildung im Gastgewerbe

Studie 'Azubi-Recruiting Trends 2016'

Der Ausbildungsberuf muss zur eigenen Persönlichkeit passen, gute Zukunftschancen bieten und abwechslungsreich sein. Das sind die wichtigsten Kriterien für Jugendliche, die eine Ausbildung in Hotel oder Gastronomie machen möchten. Zu diesem Ergebnis kommt die jetzt vorgelegte Branchenedition Hotel und Gastronomie der branchenübergreifenden doppelperspektivischen Studie 'Azubi-Recruiting Trends 2016'.
Die branchenspezifische Ausgabe der Studie ist eine gemeinsame Initiative der u-form Testsysteme als Initiatorin, des Dehoga-Bundesverbands als Verbands- sowie der Allgemeinen Hotel- und Gastronomiezeitung (dfv Mediengruppe) als Medienpartner. Ausgewertet wurden dafür 967 Online-Fragebögen von Azubis, Schülern und Ausbildungsverantwortlichen.

Sie zeigt unter anderem, anhand welcher Kriterien die Azubis ihren Ausbildungsberuf in der Branche auswählen. Hier liegen drei Aspekte vorn: Der Ausbildungsberuf sollte „zu meinen Interessen und Fähigkeiten passen“ (54,2 %), „gute Zukunftschancen bieten“ (53,5 %) sowie „abwechslungsreich sein“ (50,2 %).

Kennen Ausbildungsverantwortliche diese Vorlieben ihrer Azubi-Bewerber? Die an die Ausbildungsverantwortlichen gerichtete Frage „Was, glauben Sie, ist Ihren Bewerbern bei der Wahl des Ausbildungsberufes sehr wichtig?“ fördert deutliche Unterschiede zutage.
Ausbildungsverantwortliche unterschätzen etwa die Passung zu den Fähigkeiten und Interessen der Azubis (von 39,9 % genannt) und überschätzen mit 48,7 % die „guten Verdienstmöglichkeiten“, die nur von 23,2 % der Azubis priorisiert werden.

Bei den Auswahlkriterien für die Wahl des Ausbildungsbetriebes liegen die Bekanntheit des Betriebs (43,9 %), die Nähe zum Wohnort (39 %) und das Vorliegen der Möglichkeit, den gewünschten Beruf zu erlernen (34 %), vorn. Von den Ausbildungsverantwortlichen unterschätzt wird das Kriterium „Jobsicherheit“, das 25,8 % der Azubis favorisieren: Nur 11,3 % der Ausbildungsverantwortlichen glauben, dass „Jobsicherheit“ für die Azubis eine Rolle spielt.

Ähnlich unterschätzt werden „Aufstiegschancen“, die von 27,2 % der Azubis, aber nur von 14,9 % der Ausbildungsverantwortlichen genannt werden.

Gezielt nachgefragt wurde bei der Studie zu den Inhalten der Kochausbildung. In zahlreichen Kommentaren teilten Azubis mit, was ihnen aktuell dabei fehlt. Defizite gibt es aus ihrer Sicht vor allem in den Bereichen Praxisbezug, Modernität (veganes Essen, aktuelle Garmethoden) und betriebswirtschaftliche Inhalte (Einkauf, Rechnungswesen).

56,6 % der befragten Ausbildungsverantwortlichen aus Hotel- und Gastronomieunternehmen sehen die „aktuelle Einwanderung von Flüchtlingen“ als Chance für ihren Betrieb, branchenübergreifend sind es 34,1 %. 26,4 % der Hotel- und Gastronomieunternehmen machen Flüchtlingen aktuell Ausbildungsangebote, branchenübergreifend tun dies nur 16,4 %. Auch die Azubis der Branche sind für die Integration von Flüchtlingen in die Ausbildungen der Branche offen: 75,6 % von ihnen sehen Flüchtlinge nicht als „Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt“.

Im Vergleich zu anderen Branchen fiel es dem Hotel- und Gastronomiegewerbe 2015 den Studienergebnissen zufolge schwerer, die eigenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Während 2015 branchenübergreifend 31,1 % der befragten Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, waren es in der Branche 59,8 %. „Schlechte Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung, schlechtes Bild in der Öffentlichkeit“, fasst ein Ausbildungsverantwortlicher die Gründe für das schlechte Abschneiden der Branche zusammen. „Macht eure Berufe attraktiver – Lohn, Arbeitszeit, Verantwortung, Betriebsklima, Ausbildungsinhalte – und motiviert eure Azubis, statt sie auszunutzen!“, empfiehlt ein Azubi-Teilnehmer. „Die Betriebe sollten ehrlich sein und den Azubis auf Augenhöhe und mit Achtung begegnen!“, meint ein anderer.

„Betriebe können bei Azubi-Bewerbern punkten, wenn sie sichtbar auf ein gutes Klima achten und Bewerbern Angebote machen, mit deren Hilfe sie herausfinden können, ob Hotel und Gastronomie 'ihr Ding' sind“, sagt Felicia Ullrich, Geschäftsführerin u-form Testsysteme. „Jugendliche sollten durch Schnupperpraktika oder Ferienjobs testen, ob ihnen die Arbeit mit Gästen oder in der Küche liegt und ob es mit den Kollegen im Betrieb funktioniert. Für Ausbildungsbetriebe ist es wichtig, gut strukturierte Praktika anzubieten, die Lust machen auf die Branche. Auch Tage der offenen Tür oder Gütesiegel im Rahmen der Initiative 'Gute Ausbildung für die Gastgeber von morgen' geben Anhaltspunkte, wo Top-Ausbildungstattfindet“, empfiehlt Dehoga-Präsident Ernst Fischer.

Die Studie kann unter www.testsysteme.de/studie bestellt werden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Studie unterstützt u-form Testsysteme die Initiative 'JOBLINGE'.

www.testsysteme.de

www.u-form.de



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