Subway verliert Mitgliedschaft im Deutschen Franchise-Verband

Das Sandwich-System, seit 1999 im deutschen Markt (2008 über 200 Mio. € Umsatz), war im November 2008 vom Deutschen Franchise-Verband (DFV) als Vollmitglied aufgenommen worden unter der Bedingung, dass innerhalb von sechs Monaten eine neue Franchisenehmer-Zufriedenheits-Befragung bessere Ergebnisse zeigt als die letzte. Die Befragung wurde im Sommer 2009 durchgeführt. Die Ergebnisse sind schlechter als zuvor. Darauf beschloss der Vorstand des Deutschen Franchise-Verbandes, die ordentliche Mitgliedschaft von Subway nicht aufrechtzuerhalten.
Ein schwerer Rückschlag für das amerikanische Unternehmen im deutschen Markt, das mit seiner Marke seit Jahren eindrucksvolles Wachstum vorweist. Wie es sich jetzt herausstellt zu Lasten der inneren Energie.

Ein Institut der Universität Münster hatte an 376 der rund 420 Franchisepartner von Subway im deutschen Markt Fragebögen verschickt, der hohe Rücklauf von 177 Stück zeigt das Engagement der Franchisepartner. Doch rund 40 % der antwortenden Subway-Unternehmen sind eher unzufrieden.

Dieses Ergebnis, verstanden als Stimmungsbild im deutschen Franchise-System von Subway, lässt sich nicht mit den Kriterien des Verbandes, eine Qualitätsgemeinschaft zu sein, vereinbaren. Der DFV (rund 250 Mitglieder, darunter auch alle großen Foodservice-Systeme) setzte ein sehr konsequentes Signal - damit hat man in der Subway-Zentrale in Köln nicht gerechnet.

Die Zufriedenheitsanalyse ist die Grundlage für das Qualitätssiegel des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. Sie sagt nichts über die Marktfähigkeit einer Geschäftsidee aus, sie ist vielmehr ein Gradmesser der Stimmungslage der Franchisepartner als lokale Unternehmer.

Neben den schlechten Werten in Sachen globaler Zufriedenheit ist insbesondere die Weiterempfehlungs-Quote sehr niedrig ausgefallen.

Wesentlichen Einfluss auf die abgeschwächte Zufriedenheit der Subway-Franchisenehmer dürfte das Rezessions-Umfeld gehabt haben. Denn in einer Filter-Analyse ergibt sich folgendes: Jene, die wirtschaftlich mit ihrem Restaurantunternehmen und seinen Ergebnissen zufrieden sind, beurteilen das Gesamtsystem auf einer Skala von 1 bis 7 mit 2,5. Jene, die mit ihrem unternehmerischen Ergebnis nicht zufrieden sind, mit 4,9. So die Auskunft der Subway-Zentrale auf Anfrage.

Michael Pokorski, Area Manager für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz, zum Ergebnis der jüngsten Zufriedenheitsstudie, zu der Entscheidung des Deutschen Franchise-Verbandes und den strategischen Schlüssen für Subway: "Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland ist auch an Subway nicht spurlos vorüber gegangen. Die krisengezeichnete Unzufriedenheit der Franchise-Partner ist eine unmittelbare Folge. Die Führungsgremien bei Subway sind sich ihrer Aufgabe bewusst, die Partner in ihrem wirtschaftlichen Erfolg entscheidend zu unterstützen. Wir werden unsere Marktaktivitäten deutlich erhöhen. Ein Maßnahmenpaket steht - nach mehreren Tests - kurz vor Systemeinführung. Der Fokus liegt dabei sowohl auf Frequenz generierenden Werbemaßnahmen, als auch auf einer weiteren Verbesserung des Produkt- und Serviceerlebnisses für die Gäste. Wir sind uns sicher, dass diese Maßnahmen am Markt ihre volle Wirkung zeigen werden und damit auch die Zufriedenheit der Partner deutlich ansteigt."

Die Historie der Zusammenarbeit von Subway mit dem Deutschen Franchise-Verband ist komplex. Bereits 2002 hatte man erstmals einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Diverse Sachverhalte wie Gerichtsstand USA, Franchisevertrag ausschließlich in englischer Sprache usw. wurden bemängelt - und nachgebessert.

Es kam zu einer ersten Franchisenehmer-Zufriedenheitsbefragung 2006. Die Ergebnisse reichten für eine Aufnahme in den Verband nicht aus. Im Frühjahr 2008 beantragte Subway erneut die Mitgliedschaft. Dem wurde zugestimmt mit der Auflage, dass es wieder eine Zufriedenheitsbefragung geben muss, und diese deutlich bessere Ergebnisse zu bringen hat.

Auch nach dem Ende der vorläufigen Vollmitgliedschaft kann es Subway laut DFV zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen. "Wir würden uns freuen, wenn Subway die Zufriedenheit unter den Partnern deutlich verbessern könnte", so DFV-Sprecherin Pascale Taube.
 
Ab Ende September soll ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt werden, um der Unzufriedenheit der Unternehmenspartner entgegenzuwirken, die Bedingungen in der Organisation zu verbessern.

Eine Schlüsselgröße im System sind die sogenannten Development-Agents, 17 an der Zahl, die als selbständige Gebietsentwickler zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer stehen. Sie treiben die Expansion voran, sie wählen die Partner aus, sie sind die regionalen Zentralen des Vertrags-Vertriebssystems.

Subway setzt in Deutschland und weltweit auf hohe Marktdurchdringung über schnelles Wachstum der Betriebezahl. 2008 wurde die Zahl Outlets um 156 auf 698 gesteigert (+28,8 %). Die Umsätze stiegen auf 205,5 Mio. €, ein Plus von 44,7 %.
Aktuell, von Anfang Januar bis Ende August 2009, beträgt die Umsatzentwicklung in bestehenden Betrieben -8 % (Index 92).
 
Weltweit zählt Subway rund 31.000 Restaurants - alle werden im Franchiseverfahren betrieben. Besonderheit der Marke: Es gibt keinen einzigen Eigenregiebetrieb. Gemessen an anderen Systemen herrscht in den meisten Ländern eine relativ hohe Partnerfluktuation.
 
In Deutschland besteht das Subway-Netz aktuell aus 750 Units. 2008 erzielte der Durchschnittsbetrieb 331.000 € Nettoumsatz, einige wenige Spitzenstandorte brachten es auf Spitzenwerte von 1 Million und mehr.

http://www.subway-sandwiches.de/



stats